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Flüchtlingshilfe wird „aufgemöbelt“

Wenn andere Feierabend machen, legt Maria Rossdeutscher los: Die 61-Jährige organisiert nach Dienstschluss fast täglich Möbeltransporte für Flüchtlinge. Dazu hat die Heilpädagogin eine Whats-App-Gruppe aufgebaut: „Hilfe für Möbel“ heißt sie. Um gut Erhaltenes irgendwo in Bremerhaven abzuholen und dahin zu bringen, wo es dringend gebraucht wird, ist sie abends stundenlang mit dem eigenen Auto auf Tour. Ehrenamtlich. 

Ein Radio war der Anfang

Vor einem Jahr hat die in Cuxhaven Beschäftigte mit der Möbel-Hilfe angefangen. „Im Netzwerk der Flüchtlingshilfe an der Kreuzkirche brauchte ein junger Syrer ein Radio, zum Deutschlernen.“, erzählt sie. Das war der Anfang. Seitdem spricht sich herum: Wer Möbel, Hausrat, Bettwäsche oder auch Pakete mit Windeln abzugeben hat, ruft bei ihr an. Das funktioniert dann so:  Sie kommt vorbei, lädt alles in den Anhänger – der ist  von Spenden finanziert  – fotografiert die Spenden und stellt die Bilder bei Whats-App ins Netz.

300 Teilnehmer in der Whats-App-Liste

„Inzwischen gibt es in dieser Gruppe fast 300 Teilnehmer, vor allem Flüchtlinge, die sofort „Ich“ rufen, wenn ein Bild drin ist.“ Dann bringt Maria Rossdeutscher die Möbel, Gardinen, Fahrräder und so weiter an die angegebene Adresse. Das macht sie nicht alleine – obwohl sie den Anhänger selbst an ihr Auto kuppeln und auch Möbel schleppen kann. Ein fester Stamm von Helfern ist täglich auf Abruf bereit, mit anzupacken.

Ihre Helfer sind selbst aus Syrien geflohen

Zum Beispiel die drei jungen Syrer Mikhaeil und Roni  – Brüder aus Homs – und ihr Freund Maikel, ein einstiger Journalist  aus Damaskus. Sie bauen bei Familie A zum Beispiel eine Schrankwand ab, packen sie in den Hänger, fahren mit Rossdeutscher mit und  laden alles bei Familie B wieder aus. „Da kommen schon mal 500 Kilometer Tour pro Woche zusammen, bis nach Nordenham oder sogar Bremen“, sagt Rossdeutscher. „Und es wird wirklich alles gebraucht.“

Spenden von Möbeln und Hausrat willkommen

Wer Kontakt zu ihr aufnehmen möchte, kann das unter der Whats-App-Gruppe „Hilfe für Möbel“ und beim Netzwerk der Flüchtlingshilfe an der Kreuzkirche, 0151-25403422.