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„Geestemünde ist sicher“: Polizei sieht kein Problem mit Kriminalität

Nimmt die Kriminalität in Geestemünde zu? Dieser Eindruck entstand zuletzt, da sich die negativen Schlagzeilen in dem Bremerhavener Stadtteil häuften. Die Polizei widerspricht diesem Eindruck vehement.

„Geestemünde ist sicher“

Ob Raubüberfälle, Schüsse, Messerangriffe oder Körperverletzungen – Geestemünde hat in den vergangenen Tagen und Wochen zuhauf negative Schlagzeilen produziert. Einen Trend zu mehr Kriminalität hat die Polizei Bremerhaven aber nicht ausgemacht – ganz im Gegenteil: „Geestemünde ist sicher“, teilt Pressesprecher Uwe Mikloweit auf Anfrage mit.

Weniger Straftaten

Weiter heißt es wörtlich: „Alle polizeilichen Maßnahmen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Anzahl der Straftaten stetig gesunken ist – auch in Geestemünde.“ Er räumt jedoch ein, dass insbesondere Gewalttaten und Raubüberfälle auf der Straße „das subjektive Sicherheitsgefühl im besonderen Maße“ beeinträchtigen.

Fakten statt Gefühle

„Diesen Gefühlen entgegenzuwirken, gelingt nur durch die Darlegung von Fakten“, teilt Mikloweit schriftlich mit. „Und die besagen für Geestemünde, dass die Anzahl der Raubdelikte in den letzten drei Jahren kontinuierlich gesunken ist.“ Die Zahlen sprechen nach Polizeiangaben „eindeutig“ dafür, dass Bremerhaven und auch der Stadtteil Geestemünde zunehmend sicherer werden.

Geestemünder widersprichen

Widerworte gibt es von Klaus Dahl und Hans-Joachim Weiß, den Sprechern der Stadtteilkonferenz: Sie sind sicher, dass die Kriminalität in Geestemünde zunimmt. „Die gefühlte Sicherheit der Menschen im Stadtteil ist anders“, sagt Hans-Joachim Weiß.

„Die Menschen empfinden so“

„Die Zahlen geben zwar etwas anderes her, dennoch empfinden die Menschen so“, sagt Weiß. Auch Klaus Dahl betont, er habe das Stimmungsbild im Stadtteil wiedergespiegelt. „Wir kannten die Zahlen zwar nicht, aber spüren die Unsicherheit der Menschen tagtäglich“, sagt er.

Gutes Verhältnis zur Polizei

Ein Grund dafür sei das sich verändernde Gefüge im Stadtteil. „Grundsätzlich muss man sagen: Acht Raubüberfälle im Monat sind acht zu viel“, sagt Dahl. Er wolle die Arbeit der Polizei nicht in Frage stellen – im Gegenteil, den Stadtteilsprechern sei an einem guten Verhältnis gelegen. „Aber die Frage ist eben: Wo fängt Sicherheit an und ab wann darf man unsicher sein?“, sagt Dahl.

„Kriminalität hat sich verschärft“

„Die Kriminalitätssituation hat sich in Geestemünde in den letzten Jahren mit Sicherheit verschärft“, sagt Weiß. Überfälle hätten sich vermehrt, die Bevölkerung nehme das wahr. „Ältere Menschen trauen sich abends nicht mehr auf die Straße, besonders für Frauen ist die Situation nicht einfach.“

Christoph Käfer

Christoph Käfer

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Christoph Käfer, Jahrgang 1988, ist gebürtiger Hildesheimer und hat dort Politik und Wirtschaft sowie Journalismus und Medienwirtschaft in Kiel studiert. Er hat beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag volontiert, anschließend als Redakteur in Flensburg gearbeitet und unterstützt nun die Nordsee-Zeitung und nord24 als Online-Redakteur.