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Haftbefehl: Ist das Opfer von Zwangsprostitution selbst Menschenhändlerin?

Vergewaltigt, ausgeplündert, misshandelt – schwere Vorwürfe erhebt eine junge Frau gegen ihre Peiniger, die sie in den Koberfenstern der Lessingstraße zu ungeschütztem Sex gezwungen hatten. Aber ist diese Frau selbst eine Menschenhändlerin?

Ein Haftbefehl auf Ungarn ist aufgetaucht

So steht es in einem Haftbefehl aus Ungarn, der in der vergangenen Woche durch die deutschen Justiz-Behörden vollstreckt werden sollte. Weil die Gesundheit der misshandelten Frau schwer ruiniert ist, verzichtete das zuständige Amtsgericht auf eine Festnahme.

Glaubwürdigkeit einer Menschenhändlerin

„Der Fall hat erst einmal nichts mit unserem Prozess zu tun“, betonte Richter Helmut Kellermann am Dienstag. Die Verteidiger der Angeklagten sehen das anders. Es gehe auch um die Glaubwürdigkeit der Zeugin.

Vergewaltigt und ausgeplündert

Zeugin und Angeklagte stammen aus Ungarn. Die Zeugin wirft einer 39 Jahre alten Frau und deren 23 Jahre alten Sohn vor, sie vergewaltigt und geschlagen zu haben. Ihre Einnahmen als Prostituierte auf der Lessingstraße seien ihr nahezu vollständig weggenommen worden. Die Angeklagten hätten mit dem Geld ihren Drogenkonsum finanziert.

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