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Stricken: Mit der richtigen Masche zum Lebenstraum

Bunte Wollknäuel türmen sich dicht an dicht in den Regalen. Daneben liegen in schlanken Röhrchen zahllose Knöpfe in allen Farben und Formen bereit. An der Wand gegenüber hängen Wollkämme sowie Nadeln für Zopfmuster und Socken. Willkommen bei Filati – einem der beiden Wollgeschäfte in Bremerhavens Stadtteil Geestemünde. 

Auch Männer stricken gerne

Seit 25 Jahren gehört das Geschäft in der Schillerstraße 54 Renate Raehse. Für sie ist es mehr als nur ein Arbeitsplatz. „Als mein Mann starb, ist der Laden mein Leben geworden“, sagt die 77-Jährige.  Jeden Tag versammelten sich Stammkunden in der kleinen Sitzecke, um gemeinsam zu handarbeiten. „Bei Kaffee und Keksen wird gestrickt und geklönt. Der eine lernt vom anderen“, erzählt sie. Hauptsächlich gehörten ältere Frauen zur Stammkundschaft. Zwei Männer kauften aber auch regelmäßig bei ihr ein. „Die beiden können einwandfrei stricken“, sagt sie anerkennend. Sie werde in der Schillerstraße die Stellung halten. „So lange ich Lust habe, und meine Gesundheit mitmacht.“

Den SB-Wollmarkt gibt es seit 33 Jahren

Auch der SB-Wollmarkt in der Buchtstraße 30 ist bei Strickfreunden eine Institution. Seit 33 Jahren gibt es hier auf 200 Quadratmetern Wolle in allen Variationen. 2009, also vor acht Jahren, übernahm Gunda Rövensthal das Geschäft. Auch bei ihr war es die Leidenschaft zum Handarbeiten, die aus ihr eine Woll-Laden-Besitzerin machte. Beruflich war es für sie zunächst jedoch in eine andere Richtung gegangen: Gunda Rövensthal war Altenpflegerin. „Doch jetzt ist mein Rücken kaputt“, sagt die 59-Jährige. Als sie hörte, dass die Inhaber des SB-Wollmarkts verkaufen wollen, schlug sie zu. „Als ich den Laden 2009 übernahm, hatte ich das Gefühl, ganz Bremerhaven strickt“, meint sie lachend.