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Zolli: Kampfschreie vom Platz

Der Zollinlandplatz ist Kult: Legendäre Fußballspiele der Bremerhaven-93-Spieler sind alteingesessenen Bremerhavenern noch aus Jugendtagen bekannt. In einem Film über den „Zolli“ will das Bremerhavener Kulturbüro die alten Zeiten wieder aufleben lassen. Die Filmemacher holen dafür Zeitzeugen vor die Kamera. 

Ehemaliger Bundesliga-Trainer besitzt noch Schätze aus seiner „Zolli“-Zeit

Sensationelle Fotos, alte Original-Trikots: Diese Schätze präsentierte der ehemalige Bundesliga-Spieler und Trainer Egon Coordes den drei Filmemachern Bernd Glawatty, Dr. Burkhard Hergesell und Ulrich Scholz in München. Coordes ist ein wichtiger Zeitzeuge für den Film, hat er doch den Weg vom begnadeten  93er-Spieler bis zum Olymp des deutschen Fußballs zurückgelegt. In den 1980er Jahren war er Co-Trainer beim FC Bayern München unter Udo Lattek und in den 1990ern unter Giovanni Trappatoni. Die Zeitreisenden erlebten einen Ritt durch die deutsche Fußballgeschichte, angefangen vom schlammverschmierten Kämpfer Egon Coordes auf dem Zolli, über den „Gladbacher Pfostensturz“ an dem er ebenfalls beteiligt war, bis zur Meisterschaftsschale mit Jupp Heynckes.

Zeitzeuge erinnert sich an seine Jugend auf dem Zolli

Die Weiterreise ins Saarland führte zu dem sechs Jahre älteren Zeitzeugen Uwe Klimaschefski, der 1946 als achtjähriger Steppke seine Fußballerkarriere ebenfalls bei Bremerhaven 93 begann. Mit dem 1. FC Saarbrücken schaffte er als Trainer den direkten Aufstieg in den 1980er Jahren in die Bundesliga. Der Zeitzeuge war begeistert, als die Filmemacher ihm Filmausschnitte vom „Zolli“ von 1939 vorspielten, einem kürzlich aufgetauchten Fund eines Amateurfilms von Spielen auf dem „Zolli“.  Mit seiner Jungensclique hatte er sich in der Nachkriegszeit über die Schrebergärten von hinten in den „Zolli“ geschlichen, um die Oberliga-Spiele zu sehen. Wenn Schalke 04 in den 1940er Jahren in Bremerhaven spielte, erinnerte sich Klima, wurde das Freundschaftsspiel des Deutschen Fußballmeisters nicht mit Geld bezahlt, sondern es erfolgte in „Fischwährung“, die man aus dem Hafen holte.