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Deichbrand: Wandert das Festival aus Wanhöden ab?

Auf ihrer Facebook-Seite haben die Deichbrand-Macher verkündet, dass das Rockfestival in Wanhöden bleibt. Doch der bejubelte Zehn-Jahres-Pachtvertrag, an dem die Veranstalter mit der Gemeinde Wurster Nordseeküste seit zwei Jahren arbeiten, ist noch nicht unter Dach und Fach.

Noch keine Zustimmung der Gemeinde

„Ohne die Zustimmung des Gemeinderates läuft da gar nichts“, teilte Bürgermeister Marcus Itjen (parteilos) auf Nachfrage mit. Und die Kommunalpolitiker tagen erst am 23. Februar.

Langfristiger Pachtvertrag angestrebt

Sichtlich verschnupft reagierte Itjen auf das Vorpreschen der Veranstalter des größten und erfolgreichsten Rockfestivals in der Region. Dabei ist er selbst großer Verfechter eines langfristigen Pachtvertrags mit den engagierten Deichbrand-Machern.

Gemeinderat muss einwilligen

Doch bevor die Vertragsparteien ihre Unterschriften unter das zukunftsweisende Papier setzen können, müsse zunächst der Gemeinderat die neuen Pläne absegnen. Immerhin könne die Gemeinde in dieser Zeit auf diesem Teil des Gewerbegebiets keine Betriebe ansiedeln, erklärte der Verwaltungschef.

„Sehr komplexe Materie“

Und Kommunalpolitiker können durchaus verschnupft reagieren, wenn ihre Entscheidung als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird. Mehr noch: „Dieses Vorpreschen“, so Itjen, „könnte die gesamte Arbeit der letzten zwei Jahre zunichte machen.“ Er wies darauf hin, dass das Umsiedlungsvorhaben des Kerngeländes (Infield) eine „sehr komplexe Materie“ sei, die auch Ländereien von Landwirten umfasse.

Noch nichts unterschrieben

Auf der Deichbrand-Facebook-Seite heißt es, dass es nach jahrelangen Abwanderungsgerüchten des Festivals nun Klarheit gebe: Eine Zusage der Gemeinde Wurster Nordseeküste mache eine Flächennutzung sowie Erweiterung des Festivalgeländes für weitere zehn Jahre in Wanhöden möglich. Zwar räumten die Veranstalter ein, dass noch nichts unterschrieben worden sei.

Festival-Gelände wird umgestaltet

Doch die Organisatoren wollen keine Zeit verlieren. Bereits für das bevorstehende 13. Festival vom 20. bis 23. Juli kündigen sie massive Veränderungen auf dem Gelände an.
Das gesamte Areal wird 2017 umgestaltet und nachhaltig optimiert, heißt es auf der Deichbrand-Facebook-Seite.

„Riesige Nachteile in vergangenen Jahren“

Das bestätigt auch Geschäftsführer und Festivalmitbegründer Daniel Schneider: „Es ist eine wichtige Perspektive für die Event-Mitarbeiter und auch für die gesamte Region. Es ist schön, dass wir unser Ur-Projekt in Wanhöden weiter ausleben können. In den vergangenen Jahren haben wir zwar mit riesigen Nachteilen in allen Bereichen kämpfen müssen, diese können wir nun hoffentlich durch eine neue Infrastruktur beheben“, erklärt Schneider.

Bühnen ziehen weiter nach Süden

Wichtigste Information für alle Besucher ist dabei, dass die Open-Air-Arena mit den Bühnen „Water“- und „Fire“-Stage (Infield) etwa 200 Meter weiter in südliche Richtung auf das Gelände des ehemaligen Camp Mitte zieht.