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Zwei Tote bei Eisdielen-Unfall in Bremervörde: Brutale Gaffer stehen vor Gericht

Gut anderthalb Jahre nach dem tödlichen Unfall in einer Eisdiele in Bremervörde beginnt am Dienstag der Prozess gegen drei Gaffer. 

Zwei Menschen starben bei Unfall

Laut Anklageschrift griffen zwei der drei Brüder im Juli 2015 Polizisten und Feuerwehrleute an, verletzten und bedrohten sie. Damals war ein Auto frontal in eine Eisdiele in Bremervörde gerast. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt.

Prozess gegen drei Angeklagte

Der Prozess gegen die drei Männer war im September 2016 kurz nach Eröffnung ausgesetzt worden, weil die Verteidigung erfolgreich beantragt hatte, die Hauptakte zu dem Unfall hinzuziehen.

Angeklagten droht Haftstrafe

Den heute 20, 27 und 37 Jahre alten Angeklagten wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und versuchte Nötigung vorgeworfen. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte kann mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden.

Separates Verfahren gegen Fahrerin

Der Unfall war von einer 61-jährigen Frau verursacht worden, die selbst in einem separaten Verfahren vor dem Amtsgericht steht. In diesem Prozess werden am Mittwoch die Plädoyers und möglicherweise auch das Urteil erwartet.

Platzverweis wegen Handyaufnahmen

An dem Unfallort vor dem Eiscafé „Pinocchio“ hatten sich am 5. Juli 2015 nach dem Unfall zahlreiche Schaulustige versammelt. Der 27-jährige Angeklagte soll laut Anklage den abgesperrten Bereich am Unfallort betreten und mit einem Handy Aufnahmen gemacht haben, worauf ihm ein Platzverweis erteilt wurde.

Zwei Polizisten verletzt

Er soll einem Beamten gedroht haben: „Dich werde ich noch umbringen, ich bringe Waffen mit.“ Es kam zu Handgreiflichkeiten, bei denen zwei Polizisten verletzt wurden. Auch ein Feuerwehrmann wurde angegriffen.

Verteidigung: Keine Gaffer

Beim Auftakt des Prozesses war einer der Verteidiger im September dem Eindruck entgegengetreten, dass es sich bei den drei Männern um Gaffer handle. Es gehe um einen anderen Sachverhalt.

Eisdielen-Betreiber verletzt

Sein Mandant, der heute 27-Jährige, sei gut bekannt mit dem Betreiber der Eisdiele und habe sich nur erkundigen wollen, wie es ihm gehe. Auch der Eisdielen-Betreiber war bei dem Unfall verletzt worden.