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Ostern im Januar dank Sturmtief „Axel“

Die Schokolade war zwar weg, dafür blieben aber die Eier: An den Sandstrand von Langeoog sind zehntausende Ü-Eier angespült worden. Ein Fest für Kinder, Weihnachten und Ostern für alle Sammler der kleinen Plastikkapseln. Aber auch die Lego-Liebhaber kommen nicht zu kurz. Denn auch die bunten Bauteilchen sind nun massenweise an den Strand von Langeoog gespült werden. 

Eier statt Muscheln

Die bunten Kapseln säumten nach Polizeiangaben den Strand über mehreren Kilometern. Statt Muscheln konnten die zahlreichen Touristen auf der Insel Spielzeugeier statt Muscheln sammeln.

„Gute Schwimmeigenschaften“

„Ostern auf Langeoog„, titelte die Polizei in einer Pressemitteilung. Die Eier verfügten offensichtlich über gute Schwimmeigenschaften, so die Polizei. Möglicherweise ging die Ladung über Bord eines Frachtschiffes, das auf dem Weg von Rotterdam nach Bremerhaven war. Die Fracht der dänischen Reederei Maersk soll für Russland bestimmt gewesen sein. Dafür spricht auch, dass die Spielanleitungen aus den Ü-Eiern in kyrillischer Schrift war. Auch die Legosteine sind höchst wahrscheinlich aus einem Container, der am Mittwoch bei dem Sturmtief „Axel“ über Bord ging. Die Wasserschutzpolizei ermittelt.

Die Suche nach Containern beginnt mit der Verlustmeldung

Dank moderner Strömungsberechnungen habe man sogar voraussagen können, wo die Container wann ungefähr anlanden. „Deshalb wussten wir beispielsweise, dass die Ü-Eier am Mittwoch gegen 15.45 Uhr an den Strand von Langeoog gespült werden“, sagt Tobias Linke vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Er ist der stellvertretende Leiter des Amtes und für die maritime Verkehrssicherung zuständig. Und die Experten behielten Recht: Ab 15.30 Uhr wurde es bunt.

Kindergartenkinder helfen beim Einsammeln

Nun solle verhindert werden, dass das Spielzeug zurück ins Meer gespült und von Meerestieren verschluckt wird. Bei Niedrigwasser will die Gemeinde die Eier mit Unterstützung eines Kindergartens einsammeln und sicherstellen.

Große Umweltbelastung

Was dann mit dem Treibgut passiert, ist noch unklar. Der Bürgermeister von Langeoog befürchtete zwar erst, es könne als Diebstahl gelten, wenn er die Eier einsammeln lässt, aber diese Befürchtungen verwarf Uwe Garrels wieder. Denn was das Ü-Ei-Herz höher schlagen lässt, bereitet ihm Sorgenfalten: „Das ist nicht lustig, sondern eine große Umweltbelastung und höchst schädlich für Tiere“, sagte er dem NDR.

Container mit Holz gehen kurz vor Silvester über Bord

Bereits kurz vor Silvester hatte ein Schiff in der Deutschen Bucht 16 Container verloren. „Von denen haben wir bisher elf gefunden“, sagt Tobias Linke. In den 16 Containern war Holz und Torf geladen. Ein Teil der Container ist auf Wangerooge, Spiekeroog, Norderney und Langeoog wieder aufgetaucht. Laut Linke werde es nun fachmännisch geborgen.

 

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Lili Maffiotte

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Lili Maffiotte, Spanierin mit kompliziertem Namen, aber ohne Spanischkenntnisse, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland. Seit 22 Jahren bei der NORDSEE-ZEITUNG - als gelernte Fotografin von der Bildredaktion über ein Volontariat in die Lokalredaktion mit Zwischenstationen in der Sportredaktion. Seit Oktober 2015 in der Online-Redaktion für die Social-Media-Kanäle zuständig.