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Miese Bilanz der Dorumer Fischer: In der Nordsee werden die Krabben knapp

Sturm, Schnee oder Eis können „Nixe II“ derzeit nichts anhaben. Der Krabbenkutter aus dem niedersächsischen Dorum liegt hoch und trocken auf einer Werft in Büsum (Schleswig-Holstein). Eigner Stephan Hellberg nutzt die Winterpause zur „Herzoperation“ auf der „Nixe“: Der 1977 gebaute Kutter bekommt eine neue Maschine. Von seiner vorerst letzten Fangfahrt Ende November hat er nur rund 100 Kilo statt der üblichen Tonne Krabben mitgebracht. Da lohnt die Ausfahrt nicht.

Eine ziemlich dürftige Krabbensaison

Im März fahren die Fischer wieder raus. Das ist normal für die Saison. Ungewöhnlich ist in diesem Jahr jedoch die geringe Ausbeute: Denn die dürftige Bilanz von Hellbergs letzter Fangreise ist typisch für die gesamte Saison.

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Die Fische fressen die ganzen Krabben weg

Eine Ursache sieht der 49-Jährige in den vielen Wittlingen, die sich stark vermehrt haben. Die dorschartigen Fische fressen die kleinen Krabben weg, der Nachwuchs bleibt aus. Das Naturprodukt unterliegt eben seinen eigenen Gesetzen, und das hat auch Folgen für Markt und Verbraucher.

Nur halb so viel gefangen wie im vergangenen Jahr

„Im Vergleich zu den 12.000 Tonnen im Vorjahr haben sich die Fänge in diesem Jahr halbiert, die Preise aber mehr als verdoppelt“, erklärt Philipp Oberdörffer von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer in Cuxhaven. Aktuell liegt der Erzeugerpreis für ein Kilogramm der ungeschälten Schalentiere bei mehr als acht Euro. Im Jahresdurchschnitt 2015 waren es rund 3,40 Euro. (dpa)

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