Betrüger hinterm Steuer: Etwa jeder zehnte Unfall ist manipuliert

Eine typische Rechts-vor-links-Situation: Die Straße ist etwas eng, und ein Einbiegen schwierig. Der von rechts kommende Fahrer gibt deshalb ein Handzeichen, um den anderen passieren zu lassen. Der fährt los – und plötzlich kracht es. Ein manipulierter Unfall? In einem solchen Fall liegt der Verdacht nahe.

Täter nutzen die Verwirrung der Opfer aus

Ob an einer gelben Ampel abrupt gebremst wird, um einen Auffahrunfall zu provozieren oder ob eine Rechts-vor-links-Regelung ausgenutzt wird: Etwa jeder zehnte Verkehrsunfall in Deutschland wird manipuliert. Das schätzt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Professionelle Betrüger gehen dabei oft gezielt vor. Sie provozieren Unfälle und nutzen die Verwirrung des Opfers durch das Ereignis aus. Und schließlich ist der Betrug im einzelnen Fall oft nur schwer nachweisbar und kann dem Opfer teuer zu stehen kommen.

Polizeiliche Unfallaufnahme macht Tätern den Betrug schwerer

„Besonders perfide dabei ist, dass die Betrüger auch die Gesundheit ihrer Opfer riskieren. Denn im manchen Fällen bleibt es nicht bei Blechschäden“, erklärt Torsten Sauer, Leiter Produktmanagement Kraftfahrt der HDI Versicherung. Er  rät deshalb: „Sobald auch bei einem kleinen Unfall etwas merkwürdig erscheint, sollte man unbedingt die Polizei rufen und auf keinen Fall irgendeine Schuld zugeben.“ Mit einer umfassenden Unfallaufnahme durch die Polizei wird den Tätern ein Betrug erheblich erschwert und es wird die Aufklärung der Taten ermöglicht. Denn oft fällt der Betrug erst auf, wenn eine Anzahl von Unfällen nach demselben Muster abgelaufen ist.