#isso: Warum die verstärkten Verkehrskontrollen allen wehtun

Ohne Sanktionen scheint es im Straßenverkehr nicht zu laufen – Sanktionen, die die Polizei in Bremerhaven ab sofort trotz chronischer Unterbesetzung konsequent verhängt. „Haben die denn nichts Besseres zu tun?“, mag sich da so manch einer fragen, der fürs Parken in zweiter Reihe ein Bußgeld kassiert. Die traurige Antwort: Vermutlich schon. Und käme das Einhalten von Straßenverkehrsregeln wieder in Mode, so könnte sich die Polizei diesen Aufgaben auch wieder intensiver widmen.

Schluss mit lustig

Aber überall findet man sie, die notorischen Falschparker, die Vertreter von „Blinken ist nur was für Anfänger“ oder Mitglieder vom Aktionsbündnis „Diese Vorfahrt ist meine“. Und sie nerven. Schlimmer noch: Sie bringen damit nicht nur sich selbst, sondern oft genug andere Menschen in Gefahr. Aber jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht, Schluss mit Lustig, der Geduldsfaden ist gerissen. Seit dem 1. Juli kennt die Bremerhavener Polizei bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung keine Gnade mehr.

Armutszeugnis

Egal ob Handy am Ohr, Radfahren in der Fußgängerzone oder Falschparken. Weniger Hören – mehr Fühlen ist angesagt. Vor allem im Portemonnaie der Verkehrssünder wird sich das härtere Durchgreifen bemerkbar machen. Und dann hoffentlich wieder den Teil des Gehirns anwerfen, der für gegenseitige Rücksichtnahme und Verantwortung zuständig ist. Denn es ist ein absolutes Armutszeugnis, dass die Polizei so viele Ressourcen für etwas verwenden muss, das selbstverständlich sein sollte. Und wofür jeder etwas tun kann, wenn er oder sie denn wollte.

Schmerzhafter Wake-Up-Call

Doch viele mündige Bürgerinnen und Bürger werden schlicht ihrer Verantwortung nicht gerecht, die sie tragen, sobald sie sich auf das Fahrrad oder in ein Auto setzen. Für die eine oder den anderen wird es ein Wake-Up-Call der schmerzhaften Sorte. Und hoffentlich ein erfolgreicher.