Internationaler Waffenhändler-Ring auf Ibiza ausgehoben

Auf der Urlaubs- und Partyinsel Ibiza hat die Polizei einen internationalen Ring illegaler Waffenhändler ausgehoben, der auch Geschäftsbeziehungen zu Deutschland gehabt haben soll.

Bandenchef ist polnischer Ex-Militär

Neun Verdächtige seien festgenommen worden, darunter auch der mutmaßliche Bandenchef und ein Polizeibeamter, teilten die Behörden am Sonnabend in Spanien mit. Beim Anführer handele es sich um einen polnischen Ex-Militär, der mit seiner illegalen Tätigkeit ein millionenschweres Vermögen angehäuft habe, hieß es. Vier Luxusfahrzeuge seien bei der Aktion sichergestellt worden.

Vier Jahre ermittelt

Im Rahmen der rund vierjährigen Ermittlungen waren den amtlichen Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit Behörden anderer Länder sowie mit Interpol und Europol unter anderem auch Firmenräume in Deutschland und der Schweiz durchsucht worden. Die Bande habe in Europa ein großes Firmenetzwerk unterhalten und sei unter anderem auch in Belgien, Großbritannien und Frankreich aktiv gewesen.

Bande hat Unternehmer erpresst

Der Bandenchef hatte sich auf der Balearen-Insel Ibiza mit ungültigen Papieren als Diplomat des westafrikanischen Staates Guinea-Bissau ausgegeben. Er verkaufte laut Polizei unter anderem im Südsudan 200 000 Kalaschnikow-Gewehre AK 47 sowie Raketenwerfer und Panzer. Die Bande soll in Spanien unter Androhung von Gewalt auch Unternehmer erpresst und Schulden in Millionenhöhe eingetrieben haben.