Schüsse in Halle: Polizei berichtet von Toten – erste Festnahme

Update 20.30 Uhr: Der Täter soll ein 27-jähriger Deutscher sein. Der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan B. aus Sachsen-Anhalt wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Mittwochmittag die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll er vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben.

Rechtsextremistischer Hintergrund möglich

Er floh vom Tatort und wurde am Nachmittag festgenommen. Erst nach langen Stunden des Wartens wurde klar, dass es sich um einen Einzeltäter handelte.  Der Generalbundesanwalt, der die Ermittlungen rasch an sich gezogen hatte, habe zudem „ausreichend Anhaltspunkte für einen möglichen rechtsextremistischen Hintergrund“.

Tat gefilmt

Der Schütze von Halle soll eine Kamera auf dem Helm getragen haben. In den sozialen Netzwerken soll er ein Bekennervideo hochgeladen haben. Darin ist ein junger Mann in Kampfanzug mit weißem Halstuch in einem Auto zu sehen. Der Mann gibt in vermutlich nicht muttersprachlichem Englisch extrem antisemitische Äußerungen von sich. In dem Video sind auch mehrere Schießszenen zu sehen. Unter anderem zeigt das Video, wie in einem Döner-Imbiss mehrfach auf einen Mann geschossen wird, der hinter einem Kühlschrank liegt. Das Video liegt dpa vor.

Sperrungen

Der Bahnhof von Halle war wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Es kam zu Verspätungen. Die Bundespolizei verstärkte ihre Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen in Mitteldeutschland. Das gelte auch für die Verkehrswege nach Polen und Tschechien, hieß es.

„Mord von besonderer Bedeutung“

Update 15.30 Uhr: Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Festnahme

Stand 14.40 Uhr: Bei Schüssen in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Zunächst meldete die Polizei am Mittwoch, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person.

Schüsse auch in Landsberg

„Bleiben Sie trotzdem weiterhin wachsam“, twitterte die Polizei und rief die Bevölkerung auf, in ihren Wohnungen oder an ihrem Arbeitsplatz bleiben. Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer von Halle entfernt, gab es Schüsse, bestätigte eine Polizeisprecherin in Halle. Zu den näheren Umständen des Vorfalls in dem Ort wollte sie zunächst nichts sagen. Die Hintergründe waren zunächst völlig unklar. Die Polizei warnte vor Spekulationen.

Großräumig abgesperrt

Augenzeugen in Halle berichteten von einem Täter, der einen Kampfanzug und eine Maschinenpistole getragen haben soll. Demnach soll es auch eine Explosion auf einem Friedhof gegeben haben. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll sich der Vorfall in der Nähe einer Synagoge zugetragen haben. Die Gegend im Paulusviertel in Halle wurde großräumig abgesperrt.

Bahnhof gesperrt

Der Bahnhof von Halle wurde wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt. Das teilte das Unternehmen über Twitter mit. Es komme zu Verspätungen. Die Stadt Halle spricht nach den Schüssen von einer „Amoklage“. (dpa)