GTL-Sprit kann Diesel ersetzen

Es sieht aus wie Wasser, doch es hat ordentlich Kraft: Gas-to-Liquids (GTL), das aus Erdgas unter hohem Druck und hoher Temperatur und Einsatz von Katalysatoren hergestellt wird, gilt als umweltfreundlicher Diesel-Ersatz. „Er lässt sich überall einsetzen: auf Arbeitsschiffen, in der Binnenschifffahrt, aber auch in Lkw und Pkw“, sagt Bernd Sturmheit, Geschäftsführer der Firma HGM Energy, die neuerdings mit dem Kraftstoff handelt.

Ohne Umrüstungen in allen Dieselmotoren verwendbar

Vor ein paar Wochen sei die erste Lieferung in den Bremer Industriehäfen angekommen, wo HGM sein Tanklager betreibt, erzählt Sturmheit. Das Besondere an dem synthetischen Dieselkraftstoff: Er ist fast schwefelfrei und produziert auch sonst nur vermindert Schadstoffe wie Stickoxide und Partikel. Als Schadstoff werden Kohlenwasserstoffe ausgestoßen. GTL sei ohne Umrüstungen in allen Dieselmotoren verwendbar. Einziger Nachteil: „Der Verbrauch steigt um drei bis zehn Prozent“, sagt Sturmheit.

Mischung mit Diesel nötig

Für den Einsatz im Straßenverkehr muss GTL zudem mit herkömmlichen Diesel gemischt werden. „Grund dafür ist, dass der Kraftstoff extrem leicht ist“, sagt Sturmheit. Angeboten wird der Kraftstoff bereits bei Shell unter dem Markennamen GTL Fuel. „Shell GTL Fuel hat viele Praxistests durchlaufen und wird bereits umfangreich im regulären Betrieb gewerblicher Flotten eingesetzt“, heißt es von Shell. So nutzen derzeit bereits beispielsweise die Berliner Verkehrsbetriebe und DB Schenker Rail (für seine Diesellokomotiven) GTL Fuel.

Verkauf bisher nur an Geschäftskunden

Nach Angaben von Shell werden beim Pkw im Vergleich zu einem herkömmlichen Diesel (Euro 1) 42 Prozent weniger Partikel, 10 Prozent weniger Stickoxide, 45 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe und 40 Prozent weniger Kohlenmonoxide ausgestoßen. „Das ist zwar keine Absicherung gegen ein Diesel-Fahrverbot, aber zumindest etwas sauberer“, sagt Ronald Rose, Geschäftsführer der Bremer Mineralölhandel. Verkauft wird GTL Fuel derzeit aber nur an Geschäftskunden. „In den Niederlanden ist man da weiter“, weiß Rose.
Allerdings ist GTL auch schon seit Jahren bei Shell in einem anderen Kraftstoff enthalten: V-Power Diesel – jedoch nur mit einem Anteil von fünf Prozent.