Kreuzfahrten: Seemannsmission kritisiert Arbeitsbedingungen

Die Deutsche Seemannsmission fordert bessere Arbeitsbedingungen für Besatzungsmitglieder an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Neben ungerechter Bezahlung und hohem Stundenaufwand sei auch die Versorgung und Unterbringung der Crews auf einigen Schiffen besorgniserregend.

„Tagessätze zu niedrig“

„Die Schiffe werden immer schöner und luxuriöser, die Mannschaftsunterbringung jedoch nicht“, sagt Markus Wichmann, Leiter der Seafarers-Lounge in Hamburg. Mitarbeiter an Bord eines Kreuzfahrtschiffes haben Anspruch auf Unterkunft und Verpflegung. Doch auf einigen Schiffen seien die Tagessätze für die Verpflegung der Mannschaft viel zu niedrig, kritisierte Wichmann.

Schweinekrustenchips zum Reis

„Reste aus der Gästeversorgung werden weggeworfen und die Crew mit sehr einseitiger Ernährung abgespeist.“ Das meistverkaufte Produkt für die Seeleute in der Hamburger Seafarers-Lounge seien Schweinekrustenchips: „Nicht als Snack, sondern als Beigabe für den Reis, damit er nach etwas schmeckt.“

Mehrbettkabinen für Crew

Das stehe im krassen Widerspruch zu den üppigen Buffets für den Gästebereich. Auch die Unterbringung in Mehrbettkabinen sei häufig belastend, denn die Beschäftigten an Bord arbeiteten bis zu neun Monate ohne Unterbrechung sieben Tage die Woche. „Eine Rückzugsmöglichkeit besteht für große Teile der Crew nicht“, so Wichmann. (epd)