Tietjensee-Suche erfolglos: Freispruch für Angeklagten gefordert

Im Fall der Bremerin Jutta Fuchs, die 1993 vermutlich ermordet wurde, hat die Staatsanwaltschaft Freispruch für den Angeklagten beantragt. Wegen der Suche nach der Leiche wurde eigens der Tietjensee in Schwanewede abgepumpt.

Keine Beweise

35 Millionen Liter Wasser wurden abgepumpt, doch die Suche nach der Leiche oder einer Tatwaffe war erfolglos. Es gebe nur Indizien, aber keine Beweise dafür, dass der heute 58-jährige Deutsche vor 25 Jahren seine damalige Lebensgefährtin getötet habe, sagte der Staatsanwalt am Montag vor dem Landgericht Bremen. Es könne nach der Hauptverhandlung nicht mehr ausgeschlossen werden, dass ein unbekannter Dritter die junge Frau umgebracht und ihre Leiche versteckt habe. Die Richter wollen am Dienstag kommender Woche (20. November) ein Urteil verkünden.

Spurlos verschwunden

Die Frau verschwand im Juni 1993 plötzlich spurlos aus Bremen. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. „Dennoch sprechen alle äußeren Umstände dafür, dass sie nicht mehr lebt, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe ein Motiv gehabt, sie zu töten. Seine Verlobte habe sich von ihm getrennt und mit dem kleinen Sohn ausziehen wollen. Auf der Suche nach der Leiche ließen die Ermittler im Oktober den Tietjensee am Rande Bremens leerpumpen und absuchen. Beweise fanden sie aber nicht.

Vorwurf an die Polizei

Die Verteidigung warf der Polizei in ihrem Plädoyer vor, sich bei ihren Ermittlungen nur auf den Angeklagten konzentriert zu haben. „Es wurde oberflächlich oder gar nicht ermittelt“, sagte der Verteidiger. Die Polizei habe Zeugen zum Teil erst Jahre später befragt. Zu einer Hauptverhandlung hätte es auf Basis der unvollständigen Indizien gar nicht kommen dürfen. (dpa)