Abends stirbt man in Geestemünde den Hungertod #isso

Der neue nord24-Redakteur Peter Gassner ist neu in Bremerhaven. Und muss sich an manches erst einmal gewöhnen.

Eine Woche in Bremerhaven

Moin! Einen ersten Schritt zur Integration habe ich als Rheinländer hier im Norden mit dieser Begrüßungsformel schon einmal vollzogen. Hoffe ich zumindest. Doch, wie das nun einmal so ist, an manche Dinge muss ich mich auch erst noch gewöhnen. Schließlich ist Bremerhaven erst seit einer Woche meine neue Heimat – zuletzt habe ich in Bonn gelebt. Einer Stadt, die als ehemalige Bundeshauptstadt zumindest vom Selbstverständnis her gerne eine Metropole wäre.

Alles in der Nähe

Nun soll das nicht bedeuten, dass das Leben in der Seestadt zwangsläufig schlechter wäre. Neben der frischen Meeresluft hat Bremerhaven auch in meinem direkten Wohnumfeld  in Geestemünde einiges zu bieten. Innerhalb von wenigen Metern bekommt man alles, wie ich Familie und Bekannten gerne berichte. Nur leider nicht zu jeder Zeit.

Letzte Hoffnung Tanke

An einem Freitagabend nach 22 Uhr noch etwas Essbares zu finden, ist gar nicht mal so leicht, wie sich am Tag meines Umzuges herausstellte. Entsprechende Restaurants und Imbisse, die ich auf meiner verzweifelten abendlichen Runde ansteuerte, waren bereits geschlossen. Selbst meine letzte Hoffnung, der Tankstellen-Shop um die Ecke, war bereits dicht. Google sei Dank fand sich am Ende doch noch einen Lieferdienst, dessen Fahrer mir sogar nach Feierabend noch die wohlverdiente Pizza brachte.

Keine Metropole

Auf manche Dinge muss man sich eben erst einstellen, dann droht beim nächsten Mal auch nicht das Verhungern. Denn das habe ich gelernt: Eine Metropole ist Bremerhaven nicht.

Peter Gassner

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Peter Gassner, geboren am Niederrhein, volontierte nach seinem Studium der Geschichte und Politik im mittelhessischen Marburg bei der dort ansässigen Oberhessischen Presse. Nach Zwischenstation beim General-Anzeiger in Bonn wurde er nun an die Nordsee-Küste gespült. Besonderes Interesse an Sport aller Art.