Altersrekord im Bremerhavener Klinikum Mitte: Mehrere 100-Jährige operiert

In der Unfallchirurgie des Ameos Klinikum Mitte in Bremerhaven sind in den letzten Wochen mehrere 100-Jährige operiert worden. Eine von ihnen ist Karla Behnken, die sich das Sprunggelenk am Fuß gebrochen hat. Sie erzählt, wie sie es geschafft hat, so alt zu werden. 

Viel Bewegung, gesunde Ernährung

„Ich habe mich immer viel bewegt, liebe Turnen und Schwimmen“, sagt die 100-Jährige. Bis vor drei Jahren hat sie sogar noch jeden Tag frisch für sich gekocht. Jetzt liegt sie im Krankenhaus, weil sie sich das Sprunggelenk am Fuß gebrochen hat. „Es muss weiter gehen“, sagt sie optimistisch.

Narkose bei alten Patienten schwieriger

Ralf Winkler, Anästhesist am Klinikum erklärt, dass die Operation von so alten Menschen eine Herausforderung sei. „Wenn sie zu stark narkotisiert werden, kann das zu einem Delier führen“, so der Arzt. Die alten Menschen seien dann verwirrt, könnten sich räumlich und zeitlich nicht mehr orientieren. Deshalb habe das Klinikum eine sanftere Narkoseform eingeführt, bei der die Patienten lokal betäubt und nur leicht narkotisiert würden.

Mehrere Hundertjährige in wenigen Wochen

„Der demographische Wandel verlangt von uns, die Behandlung von immer älter werdenden Patienten zu verändern“, so Winkler. Denn es gehe darum, den alten Menschen mit den Operationen mehr Lebensqualität zu verschaffen, indem sie wieder mobil werden. In den letzten Wochen seien am Klinikum mehrere 100-Jährige operiert worden. Frau Behnken hofft, dass sie bald wieder laufen kann. „Aufgeben ist keine Option“, so die 100-Jährige.

Laura Bohlmann-Drammeh

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Nach dem Studium der Journalistik und der "Modern Indian Studies" in Bremen, Göttingen und Indien, hat Laura Bohlmann-Drammeh in Bremen volontiert. Jetzt unterstützt sie die Nordsee-Zeitung in der Stadtredaktion und freut sich, wieder in der alten Heimat zu sein. Aufgewachsen ist sie nämlich in Cuxhaven.