Theatergruppe Crazy Impro probt für großen Auftritt

Was ist zu tun, wenn man eigentlich nur eine Reise nach Alaska unternehmen wollte, und sich plötzlich um einen kranken Eisbären kümmern muss? Spontan und ohne Drehbuch erwecken Stefanie Scharf und ihre Schauspiel-Kollegen diese Szene zum Leben. Mit vollem Einsatz probt Crazy Impro, die Theatergruppe der Bremerhavener Elbe-Weser Werkstätten (EWW), ihren Auftritt. Am 23. Januar ist der große Tag.

Eine erfundene Urlaubsgeschichte

Dass sie vor Kurzem in Alaska Urlaub gemacht hat, erfährt Stefanie Scharf erst vom Publikum. Innerhalb von Sekunden muss sie sich eine Geschichte dazu ausdenken. Und nicht nur das. Der Rest der Truppe formiert sich auf der Bühne zu einer Art lebendigen Fotografie, an der sich ihr kurios-witziger Reisebericht entlang hangeln soll.
Zeit für eine kreative Verschnaufpause bleibt danach nicht, denn wenige Momente später ist schon Mario Ostarek mit seinem aus dem Stegreif erfunden Urlaub an der Reihe. Er nimmt die Zuschauer gedanklich mit auf eine Reise nach Afrika, wo er von Leoparden, Tigern und Löwen angegriffen wurde. Auch von dieser Begebenheit existiert zufälligerweise ein Foto, das schwuppdiwupp von der Schauspiel-Truppe nachgestellt, und dann von Mario Ostarek erklärt wird.

Auf das „Einfrieren“ kommt es an

„Ihr habt das Bild super eingefroren!“, loben Alexandra Göddert und Yana Gebhardt die Darsteller nach dieser Szene. Die Bewegung „einfrieren“, ganz still stehen wie eine Statue – darin hat die Crazy-Impro-Crew jetzt Übung. Das Einfrieren – auf Englisch Freeze – ist eine wesentliche Technik des Improvisationstheaters. Wer schon einmal eine Show des bekannten Comedy-Ensembles Instant Impro gesehen hat, weiß, welch urkomische Situationen hiermit fabriziert werden können.

Einmal die Woche wird geprobt

Ein paar Auftritte von Instant Impro bei den EWW waren es auch, die zu der Gründung der Nachwuchs-Truppe Crazy Impro geführt haben. Vor rund einem Jahr fand dort ein Workshop unter der Leitung der Instant-Impro-Mitglieder Alexandra Göddert und Yana Gebhardt statt. Im April wurde die EWW-Gruppe Crazy Impro aus der Taufe gehoben. Seither wird einmal in der Woche gemeinsam mit Göddert und Gebhardt geprobt.

„Jeder hier ist über sich selbst hinausgewachsen“

„Jeder hier ist mittlerweile über sich selbst hinausgewachsen“, stellt Alexandra Göddert fest. Da ist zum Beispiel Jörg Armgardt. „Durch das Schauspielen habe ich mich persönlich weiterentwickelt. Ich bin selbstbewusster und spontaner geworden“, hat er festgestellt. Auch Anke Harand hat Veränderungen an sich bemerkt. „Früher war ich super schüchtern und habe mir fast gar nichts zugetraut“, gesteht sie. „Heute bin ich viel mutiger.“

› Improvisationstheater: Crazy Impro, Theatergruppe der Elbe Weser Werkstätten, Mittwoch, 23. Januar, 18.30 Uhr, Theater im Fischereihafen, Bremerhaven