Ausstellung zeigt an Brustkrebs erkrankte Frauen

Da steht sie genau richtig: die Ausstellung „Hommage an das Leben“ im Klinikum Reinkenheide. Sie fängt die Blicke der Passanten noch vor den Fahrstühlen auf dem Weg zu den Stationen ein.

Motto: Das Leben ist trotz allem lebenswert

Also im Prinzip auf der Strecke vom Alltag draußen zu den Bereichen, in denen Menschen genesen sollen. Ihre Nachricht: „Das Leben ist trotz allem lebenswert.“ Wer mitten im Leben mit einer schweren Diagnose konfrontiert wird, dem zieht es unter Umständen zunächst einmal den Boden unter den Füßen weg. So hat es auch Birgit (45) in dem Leitsatz auf ihrem Poster formuliert. Sie ist eine von zwölf an Brustkrebs erkrankten Frauen, die die Ausstellung zeigt und die darin auch ihren ganz persönlichen Blickwinkel auf ihre Erkrankung beschreiben.

Humor und Lebensfreude

Birgit also hat es zunächst den Boden unter den Füßen weg gezogen. Auf dem Bild sieht man jedoch eine strahlende, lebenslustige und schöne Frau, die ihren Fuß in ein Wasserspiel streckt. Das Bild ist symptomatisch für die Nachricht, die die Initiatorin der Ausstellung, Claudia Marhenke-Maybaum vermitteln wollte: „Zeigen, dass eine schlimme Erkrankung nicht bedeutet, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist. Mut machen, dass Humor und Lebensfreude helfen können, diese schwierige Zeit besser zu verkraften.“

„Sterben ist Teil des Lebens“

Claudia Marhenke-Maybaum weiß, wovon sie spricht. Sie arbeitet als Psychoonkologin im Klinikum und engagiert sich im Verein Lichtblicke. Krankheit und besonders auch Sterben seien Themen, die von den meisten Menschen so lange wie möglich ausgeblendet würden. „Aber all das ist Teil unseres Lebens.“

Die Krankheit als Chance

Dass gerade die Konfrontation damit, eine Chance bedeuten kann, einen entspannteren Blick auf das Leben, eine tiefere Sinnhaftigkeit des Lebens zu finden, ist ebenfalls eine Nachricht, die sich aus der Ausstellung ergibt. So steht neben einem Bild: „Es ist eine neue Chance“ und unter einem anderen die Devise, das Leben nun noch mehr genießen zu wollen. Immer wieder ist die Rede von der großen Freude über Netze, die aufgefangen und getragen haben, von Familien, Partnern, Freunden, Ärzten und Schwestern, die an die Hand genommen und durch dunkle Zeiten geleitet haben.

Verblüffende Offenheit

Wie eine Welle umspült den Betrachter die Offenheit, mit der die Frauen über ihre Erkrankung schreiben. Und anders, als zunächst vermutet, hatte Claudia Marhenke-Maybaum auch keine Probleme diese für ihr Projekt zu gewinnen: „Alle Frauen waren spontan bereit mitzumachen.“

Schwere Zeiten meistern

Während mehrerer Monate entstanden nach und nach die Aufnahmen der Fotografin Marlies Menger, die die Frauen an verschiedenen Orten zeigen. Eines ist jedoch allen Bildern gemein: Sie dokumentieren tatsächlich die Lebensfreude, die, so Claudia Marhenke-Maybaum, helfen kann, schwere Zeiten besser zu meistern.