Automatisierung im Hafen: Menschenleere Terminals sind ein Märchen

In den Häfen läuft immer mehr automatisch. Doch Automatisierung und Digitalisierung werden nicht dazu führen, dass in den Häfen keine Menschen mehr gebraucht würden, sagt Thomas Mendrzik, Betriebsratsvorsitzender Container Terminal Altenwerder und Mitglied im Aufsichtsrat der Hamburger Hafen und Logistik (HHLA): „Menschenleere Containerterminals sind ein Märchen.“

Allein im Containerterminal Altenwerder seien trotz Automatisierung 1200 Menschen beschäftigt, berichtete der Hafenexperte bei der Veranstaltung „Ein sicherer Hafen?“ deutlich, zu dem die Friedrich-Ebert-Stiftung nach Bremerhaven eingeladen hatte. Und auch Ulrike Riedel, Arbeitsdirektorin des Terminalbetreibers Eurogate mit Standorten unter anderem in Bremerhaven, Hamburg und Wilhelmshaven, glaubt nicht an eine komplette Automatisierung.  „Das wäre viel zu teuer. Es geht um eine Umrüstung“, sagte sie.

Eurogate will selbstfahrende Straddle-Carrier testen

So wolle Eurogate ab Ende 2018 erste Prototypen von selbstfahrenden Straddle-Carriern in Wilhelmshaven testen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 hoffe man auf Ergebnisse aus diesem Test. „Es kommt auch nicht auf die Maschinen, sondern auf die richtigen Algorythmen und die Vernetzung an“, ergänzte Mendrzik.

Berufe im Hafen verändern sich

Gleichwohl werden sich die Berufe im Hafen verändern. In Zukunft werde es wohl eher auf die Steuerung und Überwachung im Hafen ankommen, waren sich Riedel und Mendrzik einig. Und angesichts des Fachkräftemangels müsse auch auf Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt werden. „Sicherlich wird nicht jeder alles lernen können. Das heißt aber nicht, dass eine Qualifizierung nicht möglich ist“, meinte Riedel.