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Barrierefreiheit: Damit die Fahrt mit dem Bus nicht zur Strapaze wird

In Bremerhaven von A nach B zu kommen, ist einfach: In den Bus steigen und am Ziel wieder raus. Für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung kann das jedoch zum unüberwindbaren Hindernis werden. Die Busgesellschaft Bremerhaven Bus baut mit verschiedenen Maßnahmen  Barrieren ab – in den Bussen als auch an den Haltestellen. 

Kneeling-Technik: Bus „kniet“ vor den Fahrgästen

Für Rollstuhlfahrer ist beispielsweise der Höhenunterschied vom Bordstein zum Bus zu groß. Deshalb besitzt der Bus Rampen, die aus dem Boden geklappt werden müssen. Rollatorfahrer dürfen diese jedoch nicht benutzen. „Das würde den Fahrbetrieb zu sehr aufhalten“, betont Jörg Fröhlich, Fahrdienstleiter bei Bremerhaven Bus. Dafür hat die Gesellschaft in die sogenannte Kneeling-Technik investiert: Der Bus neigt sich am Haltepunkt zur Seite, verringert so den Abstand zum Bordstein.

Haltepunkte mit einer Bordsteinhöhe von 18 Zentimetern

Doch nicht nur die Busse werden angepasst, sondern auch die Haltepunkte. „Wir haben insgesamt 361 Haltepunkte, davon sind 146 barrierefrei ausgebaut“, erläutert Christoph Symann, bei Bremerhaven Bus für den Bereich Bauwesen zuständig. Barrierefrei bedeute: eine Bordsteinhöhe von 18 Zentimetern sowie Leitlinien für Blinde.

Barrierefreiheit: Abfahrtszeiten werden vorgelesen

„Zusammen mit einer Rollstuhlfahrerin haben wir an der Haltestelle Stadtverwaltung einen Kompromiss für die Höhe gefunden, in der die Fahrpläne angebracht werden: 1,20 Meter“, berichtet Robert Haase, Geschäftsführer von Bremerhaven Bus. So könnten sowohl Rollstuhlfahrer als auch alle anderen die Fahrpläne gut lesen. Einfacher ist es mit dem System, das für Sehbehinderte auf Knopfdruck die nächsten Abfahrtszeiten der Busse vorliest. 22 Haltestellen sind bereits umgerüstet, 24 weitere sollen noch dieses Jahr folgen.