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Bildungskrise in Bremen und Bremerhaven: Bürgerschaft stimmt für mehr Unterrichtsqualität

Lehrermangel, Unterrichtsausfall und schlechte Mathe– und Deutschkenntnisse bei vielen Grundschülern in Bremen und Bremerhaven: Angesichts der Bildungskrise hat die Bürgerschaft am Mittwoch einstimmig für mehr Unterrichtsqualität gestimmt.

Der Unterricht soll besser werden

Zwar stritt man sich im Detail über Erreichtes und nicht Erreichtes in der Bildungspolitik und darüber, wer an der Krise Schuld ist: Dennoch stand am Ende ein bemerkenswert parteiübergreifendes Signal, dass sich in den Schulen dringend etwas ändern muss. Diskutiert wird über neue Lernmethoden, die Grünen brachten eine Rückkehr zu Schulnoten ins Spiel. Ein noch zu gründendes Bremer Institut soll die Unterrichtsqualität künftig sichern.

Mehr als jeder dritte Grundschüler ist in Mathe schlecht

Anlass für die Debatte war das schlechte Abschneiden von Grundschülern beim IQB-Bildungstrend. Die Studie hatte offenbart, dass mehr als jeder dritte Grundschüler im Land Bremen in Mathe den Mindeststandard nicht erreicht. Beim Lesen ist das bei jedem vierten der Fall.

Sieling: „In den Klassen muss sich etwas ändern“

„Wir wollen und werden den negativen Trend stoppen“, sagte Regierungschef Carsten Sieling (SPD) in der Bildungsdebatte. „Es muss im Vordergrund stehen, die Struktur- und Qualitätsfragen anzugehen und in den Klassen etwas zu verändern.“ CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp forderte „einen Kurswechsel in der Bildungspolitik“. Die Landesregierung bleibe Antworten schuldig.

Mehr Geld für die Schulen

Der Senat hatte am Dienstag beschlossen, noch mal vier Millionen Euro extra für Grundschulen in Problem-Stadtteilen zur Verfügung zu stellen. Damit soll unter anderem eine Stunde Mathe mehr pro Woche finanziert werden. Im Haushaltsentwurf hat die rot-grüne Koalition vorgesehen, allein 2018 gut 100 Millionen Euro mehr als derzeit in Bildung zu investieren.