Bremerhaven bekommt Jugendparlament

Politiker, die sich anschreien und prügeln – ab und zu sind solche Bilder aus Südkorea, der Türkei oder dem Irak zu sehen. Sie zeigen, wie parlamentarische Arbeit nicht aussehen sollte. Wie sie im besten Fall ablaufen kann – Argumente austauschen, sich möglicherweise überzeugen lassen –, das war am Donnerstag in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung zu sehen, als die Einrichtung eines Jugendparlaments beschlossen wurde.

Opposition zweifelt zunächst

Den Antrag hierfür hatten SPD und CDU eingebracht. Die Idee: Zweimal pro Wahlperiode soll das Jugendparlament tagen – und zwar nach den Regeln der Stadtverordnetenversammlung. Obwohl die Idee parteiübergreifend prinzipiell für Zustimmung sorgte, gab es auch Skepsis.

Grünen, Linken und Piraten ging der Antrag nicht weit genug. Der Inhalt sei zu unverbindlich und enthalte keine konkrete Vorgehensweise. Thomas Jürgewitz (AFD) wies hingegen darauf hin, dass es schon Stadtschülerring und Stadtjugendring gebe, die aus Steuermitteln finanziert würden.

Von Twistern überzeugt Kritiker

Sichtlich ungehalten trat Irene von Twistern (CDU) der Kritik entgegen. Unterstützung bekam sie vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Sönke Allers. „Wir wissen noch gar nicht, was in dem Jugendparlament passieren wird, und es wird schon jetzt zerpflückt“, ärgerte er sich.

„Die Rede von Frau von Twistern hat mich zum Nachdenken gebracht“, lenkte Sülmez Dogan für die Grünen ein. „Wir werden zustimmen.“ Auch Linke und Alexander Niedermeier (Piraten) hatten sich überzeugen lassen, und stimmten letztendlich für das Jugendparlament.