Bremerhaven: Fresko der Nazizeit im ehemaligen Army-Hospital

In der Kapelle im ehemaligen Army-Hospital von Bremerhaven verhängt ein großer rosafarbener Vorhang die Wand. Eigentlich. Wegen Renovierung muss der Vorhang vorübergehend abgenommen werden. Hinter ihm verbirgt sich ein Fresko aus dem Dritten Reich. 

Vorhang in der Wäscherei

Seit 1997 wird die Kapelle vom Bestattungsinstitut Luise Schlange für Trauerfeiern genutzt. „Eine Trauerhalle ist nicht da, um sich ablenken zu lassen“, sagt Seniorchef Eberhard Schlange. Zur Zeit wird die Kapelle renoviert. Der Vorhang ist in der Wäscherei.

Ein Fresko für den ehrenhaften Tod

1939 wurde das Fresko auf den frischen Putz aufgetragen. Links sieht man zwei Ehrengöttinnen. Eine von ihnen hält Eichenblätter in der Hand. Die Eiche galt im Nationalsozialismus als Symbol für Treue, Standfestigkeit und nationale Einheit. Auf der rechten Seite führt der zeitlose Archetyp eines arischen Landsmannes den Gefallenen ins Reich des Todes.

Wieso es in der Kapelle des ehemaligen Army-Hospitals ein Fresko aus der Nazizeit gibt, lest ihr am Mittwoch in der NORDSEE-ZEITUNG.

Martin Rost

Martin Rost

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Martin Rost studierte Redaktionelles Gestalten an der Kunsthochschule in Kassel und arbeitete als Autor und Gestalter an künstlerischen Publikationen mit typografischem, fotografischem und literarischem Schwerpunkt. 2017 erhielt er den Förderpreis der cdw-Stiftung gGmbH. Er lebt in Cuxhaven und volontiert bei der Nordsee-Zeitung.