Bremerhaven: Hoffen auf Einigung wegen „Gorch Fock“

Die Bredo-Weft in Bremerhaven versucht alles, damit die „Gorch Fock“ am  Freitag doch noch termingerecht ausgedockt werden kann. Das teilte  Donnerstagvormittag die Sprecherin der Werft mit.  Vertreter von Bund, Bredo und Elsflether Werft würden miteinander sprechen.

Werftchef: Wir haben verstanden

„Wir haben verstanden, dass der Bund ohne eine gerichtliche Entscheidung nicht zahlen wird. Die Bredo wird also den Bund verklagen müssen. Das haben wir von Anfang an nicht gewollt, sind nun aber dazu gezwungen“, betont Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms in der Mitteilung.

Es geht um 10,5 Millionen Euro

Die Werft habe in der Vergangenheit immer wieder ihre Gesprächsbereitschaft für eine außergerichtliche Einigung und einen Vergleich erklärt. Dabei geht es um offene Forderungen von 10,5 Millionen Euro, für die die Bredo-Werft  die „Gorch Fock“ zurückhalten will.

Arbeitsplätze in Gefahr

Wird am Freitag nicht ausgedockt, so ist die Existenz der Elsflether Werft und der Erhalt der Arbeitsplätze fraglich. „Wir wollen diesen Rechtsstreit nicht auf dem Rücken der Belegschaft der Elsflether Werft austragen,“ so Harms. Um eine Eskalation am Freitag noch im letzten Moment abzuwenden, habe die Bredo-Werft am Mittwoch dem Bund und der Elsflether Werft ein letztes Angebot gemacht.

Vereinbarung erarbeitet

Wenn die Bredo ohnehin gegen den Bund klagen muss, so wolle die Werft durch das Ausdocken und die Herausgabe des Schiffes im bevorstehenden Rechtsstreit nicht schlechter gestellt sein, als wenn die „Gorch Fock“ noch im Dock wäre. Die Juristen der Bredo-Werft hatten eine entsprechende Vereinbarung erarbeitet, die trotz mehrstündigen Verhandlungen mit dem Bund, der Elsflether Werft und dem Sachwalter bislang wegen den Vorstellungen des Bundes nicht zum Abschluss gebracht werden konnte.

Oberlandesgericht jetzt gefordert

„Wir haben noch keine Anzeichen, dass es eine Einigung gibt“, sagte um 11 Uhr ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage. Parallel dazu befasste die 4. Zivilkammer des Landgerichts Bremen mit der vom Ministerium eingereichten Beschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts Bremen vom 18. Juni. Die Kammer hatte einen Eilantrag auf Herausgabe des Schiffes zurückgewiesen. Die Kammer des Landgerichts bleibt auch nach erneuter Beratung bei seiner Auffassung und hat die Beschwerde dem Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen zur Entscheidung übergeben. Dort werde es am 4. Juli  eine mündliche Verhandlung geben, so ein OLG-Pressesprecher.