Bremerhaven ist doch nicht die Armutshauptstadt

Die Meldung, Bremerhaven sei 2017 deutschlandweit mit 28,4 Prozent die Region mit der höchsten Armutsgefährdungsquote gewesen, ist falsch. Das ergab eine Recherche der NORDSEE-ZEITUNG. Wer in Deutschland weniger als 999 Euro monatlich zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. 

Bremerhaven mit Großregionen verglichen

Die Meldung hatte sich am Mittwoch bundesweit verbreitet. Die NORDSEE-ZEITUNG hatte recherchiert, dass die Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder den Schluss gar nicht zulassen. Der Grund: Bremerhaven mit etwa 115.000 Einwohnern wurde mit Großregionen wie „Rhein-Main“ in Hessen verglichen, die mehrere Städte, Gemeinden und eine Vielzahl an Einwohnern umfasst.

Emscher-Lippe ist trauriger Spitzenreiter

Emscher-Lippe in Nordrhein-Westfalen ist nun laut der Deutschen Presse-Agentur die Region mit der höchsten Armutsgefährdungsquote (24,6 Prozent). Gefolgt von der Altmark in Sachsen-Anhalt (24 Prozent). Die Deutsche Presse Agentur hatte das Ranking erstellt.

In Bremerhaven außerordentlich hoch

Trotzdem ist die sogenannte Armutsgefährdungsquote in der Stadt Bremerhaven mit 28,4 Prozent außerordentlich hoch im Vergleich zu anderen Städten. Trauriger Spitzenreiter unter den größten Städten ist Duisburg (29,4 Prozent).

Tim Albert

Tim Albert

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Tim Albert, Jahrgang 1968, ist Desk-Chef der Nordsee-Zeitung. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die nationale und internationale Politik sowie die Digitalisierung (fast) aller Lebensbereiche.