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Bremerhaven: Seit drei Jahren keine Organspenden in Reinkenheide

Rund 10.000 Menschen warten deutschlandweit auf ein Spenderorgan. Gleichzeitig geht die Zahl der Organspenden bundesweit massiv zurück. 2017 wurden 1500 Organe weniger gespendet als 2010. Im Klinikum Reinkenheide sind seit einer Panne bei einer Organentnahme im Dezember 2014 keine Organe mehr entnommen worden.

Keine Spenden im Klinikum

Das Klinikum hatte im Mai des vergangenen Jahres angekündigt, wieder zur Organspende zurückkehren zu wollen. Warum kam es 2017 trotzdem nicht dazu? „Es gab keine Hirntod-Diagnostik und keine Spenden, aber nicht, weil wir das blockieren“, sagt der medizinische Geschäftsführer des Klinikums Reinkenheide, Professor Tido Junghans.

Angehörige lehnen Spende ab

„Wir sagen ganz deutlich Ja dazu und stehen zu unserer Verpflichtung.“ Im vergangenen Jahr habe es jedoch lediglich einen hirntoten Patienten im städtischen Klinikum gegeben, der für eine Organspende geeignet gewesen wäre. Die Angehörigen hätten das jedoch abgelehnt, sagt Junghans.

Organentnahme in Reinkenheide gestoppt

2014 war bei einer hirntoten Patientin in Reinkenheide eine Organentnahme abgebrochen worden. Als der Bauch der Patientin bereits aufgeschnitten war, soll ein Arzt der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) den Eingriff gestoppt haben. Er hatte einen nicht ganz ausreichenden Wert bei einem Atemtest vorgefunden.

Kommunikationsprobleme

Die bei der Bundesärztekammer angesiedelte Überwachungskommission untersuchte den Fall und stellte fest, dass die Patientin aber zweifelsfrei hirntot gewesen sei. Dennoch kritisierte das Gremium Kommunikationsprobleme zwischen der DSO und dem Klinikum.

Krankenhäuser sind verpflichtet

Laut Transplantationsgesetz sind alle Entnahmekrankenhäuser, zu denen Reinkenheide gehört, verpflichtet, jede medizinisch mögliche Organspende an die Deutsche Stiftung Organtransplantation zu melden.