Bremerhaven: Verteidiger fordern Freiheit für Kokainschmuggler

Nachdem die Staatsanwaltschaft im Kokainprozess hohe Haftstrafen zwischen acht und elf Jahren für drei Angeklagte aus Bremerhaven gefordert hatte, verlangten die Verteidiger am Dienstag das Ende der Haft für ihre Mandanten.

Anklage ist „Trümmerhaufen“

Der Anwalt des Hauptangeklagten forderte einen glatten Freispruch für Muhiddin B.. Das Verfahren habe die Anklageschrift „in einen Trümmerhaufen verwandelt“. Es habe sich nach Monaten herausgestellt, dass es für das gleiche Vergehen am Gericht Osnabrück ein zweites Verfahren gebe. Und es sei klar, dass dort der Hauptangeklagte der Drahtzieher der Schmuggelaktion über 48 Kilogramm Kokain gewesen sei. Die Ermittler hätten sich in Bremerhaven auf den Falschen gestürzt in der Hoffnung, den ganz großen Fisch an der Angel zu haben.

Vorwurf geschrumpft

Der Prozess hatte in der Tat in den 67 Verhandlungstagen, verteilt auf anderthalb Jahre, etliche Veränderungen erfahren. Der Vorwurf, in mehreren Aktionen 780 Kilo Kokain aus den Hafen geschmuggelt zu haben, schrumpfte auf rund 100 Kilo.

Mitangeklagte gestehen

Die zwei weiteren Angeklagten zeigten sich geständig. Aber ihre Rolle sei wesentlich geringer gewesen, als es die Staatsanwälte dargestellt habe, betonten die Verteidiger in ihren Plädoyers. Besonders der Kältemechaniker, der das Kokain aus den Kühlaggregaten der Container herausgeholt habe, habe keinen Einfluss auf das Umsatzgeschäft gehabt. Er sei drogenabhängig und Anfang vergangenen Jahres in schlechtem Zustand gewesen. Er habe Fehler gemacht.

Anderthalb Jahre U-Haft

Für ihn und für den dritten Angeklagten forderten die Anwälte eine Haftstrafe, die dreieinhalb bis viereinhalb Jahre nicht überschreiten dürfe. Da sie seit über anderthalb Jahren in Untersuchungshaft seien und keine Fluchtgefahr bestehe, müsse die Reststrafe außer Vollzug gestellt werden.