Dieser Bremerhavener springt in den Musical-Olymp

Ein Bremerhavener Jung‘ hat sich in den Musical-Himmel getanzt und gesungen: René Becker wirbelt an der Seite der Stars über die großen Bühnen. „König der Löwen“, „Chicago“, „Starlight Express“, „Mamma mia“… Und jetzt erfüllt sich noch ein Traum: Der 32-Jährige ist in „Ghost – Nachricht von Sam“ in Berlin dabei. Auf Stippvisite in seiner Heimatstadt haben wir den quirligen Darsteller abgepasst. Der macht vor Freude Luftsprünge.

René Becker zieht gerade nach Berlin um

Da hat er gut lachen: „Am 7. Dezember ist Ghost-Premiere am Theater des Westens. Mit dem Broadway-Star Willemijn Verkaik und mit Alexander Klaws. Ich ziehe gerade von Hamburg nach Berlin um.“ René Becker tanzt und singt sich von einem großen Musical zum nächsten. „Das ist mein Leben, ich bin unglaublich dankbar, dass es so gut läuft“, strahlt der 32-Jährige.

Zur Ausbildung geht’s nach London

Angefangen hat alles in der Bremerhavener Talent-Schmiede „Tanz-Etage“.  Von hier aus übersprang er den Ärmelkanal zur Musicalausbildung in London. Und dann ging’s ab.

Er schwärmt von der Begegnung mit Andrew Lloyd-Webber

Zürich, London, Hamburg, Berlin…  Gerade in diesem Monat hat er in Hamburg die allerletzte Vorstellung des Udo-Jürgen-Erfolgs „Ich war noch niemals in New York“ mitgetanzt. „Wahnsinns-Stimmung, nach zehn Jahren fällt der letzte Vorhang. Die 1500 Fans haben mitgesungen und Leuchtstäbe geschwungen.“ Sein absolutes Highlight aber war die persönliche Begegnung mit dem „Gott des Musicals“, Star-Komponist Andrew Lloyd-Webber.

Seite an Seite mit Musical-Starkomponist Andrew Lloyd-Webber: in "Starlight Express" in Bochum hat Rene jahrelang getanzt, auch als alte Dampflok "Caboose". Foto: privat

Tanzen bis die Füße bluten

„Ich habe jahrelang Starlight-Express getanzt, in Bochum, als alte Dampflook Caboose“, erzählt René und zeigt das Foto Arm in Arm mit Lloyd-Webber. „Er hat sich bei uns bedankt, dass wir seinen Traum wahr gemacht haben.“ Sein eigener Traum wäre ja, „einmal in Cats mitzutanzen. Wer weiß…“ Dafür nähme er doch glatt wieder die blutenden Zehen in auf, die ihm die Starlight-Rollschuhe eingebrockt hatten, jahrelang, jede Woche acht Shows. „Du tanzt auf dem Stopper da vorne. Autsch.“

Senkrecht Fußball auf der Wand gespielt

Auf der Bühne, im gleißenden Scheinwerferlicht, pumpt das Adrenalin alle Schmerzen weg. Sogar die Muskelkrämpfe – wie im „Wunder von Bern“: „Wir hingen an Seilen und spielten auf der senkrechten Wand vertikal Fußball, sieben Minuten lang. Das hältst du nur mit den Bauchmuskeln. Hinterher biste im Eimer.“ Macht nix. Dabei zu sein wiegt alle Anstrengung auf.

Auch in "Chicago" im Berliner Theater des Westens war Rene Becker engagiert. Foto: privat

Beim Vortanzen überzeugt

Für den Ghost-Vertrag hat René zwei andere Angebote sausen lassen. „Ich hatte im März dafür vorgetanzt, mit 680 anderen Tänzern. Sie haben nur acht genommen. Und ich bin dabei. Wahnsinn.“