Bundesrechnungshof: Schlamperei bei der Sanierung der „Gorch Fock“

Der Bundesrechnungshof sieht Schlamperei und Nachlässigkeit bei der Sanierung der „Gorch Fock“. Um Kostenexplosionen zu vermeiden, sollten künftig „Abbruchkriterien“ definiert werden, heißt es in einem vertraulichen Abschlussbericht, den die Prüfer dem Bundestag und den Ministerien für Verteidigung und Finanzen übermittelten.

Bei Kostensteigerung Neubau prüfen

Der 1958 in zwei Monaten gebaute Dreimaster liegt seit 2016 in einem Trockendock in Bremerhaven, wo er von der im nahen Elsfleth ansässigen Werft repariert wird. Es gab dabei eine Kostenexplosion von 10 auf bis zu 135 Millionen Euro, wovon bisher 69 Millionen Euro bezahlt wurden. Nach dem Zahlungsstopp wurde eine Obergrenze von 128 Millionen Euro vereinbart. Bei einer weiteren Kostensteigerung soll ein Neubau geprüft werden.

Bleigewichte nicht ausreichen isoliert

Schlamperei oder Nachlässigkeit gab es dem Bericht zufolge über einen langen Zeitraum. Ein Beispiel: 2010 hätten das Marineamt und das damalige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung Bleigewichte nicht ausreichend isolieren lassen. Deswegen seien erhebliche Korrosionsschäden entstanden, die in der Folge dann auch noch übersehen worden seien – wegen unvollständiger Überprüfung.  (dpa)

Welche Konsequenzen der Bundesrechnungshof aus dem Desaster noch fordert, lest ihr am Samstag in der NORDSEE-ZEITUNG und in der KREISZEITUNG WESERMARSCH.