Carsharing-Anbieter eröffnet dritte Station in Bremerhaven

Ganz ohne Auto auszukommen, ist für viele Menschen schwierig. Doch wer nur gelegentlich hinter dem Steuer sitzen will, für den können Carsharing-Konzepte eine Alternative zum eigenen Auto sein. Weil auch in Bremerhaven die Nachfrage anzieht, hat der Bremer Anbieter Cambio jetzt am Waldemar-Becké-Platz seine dritte Station in der Seestadt eröffnet – die erste im öffentlichen Straßenraum.

Elektronische Chipkarte ermöglicht Zugang

Bei dem Carsharing-Anbieter müssen sich die Nutzer anmelden und können dann die Autos telefonisch oder per Internet für einen bestimmten Zeitraum reservieren. Eine elektronische Chipkarte ermöglicht den Zugang zum Fahrzeug. Nach der Fahrt stellen die Kunden den Wagen wieder an der jeweiligen Station ab. Die Fahrtkosten errechnen sich aus der Nutzungszeit und den gefahrenen Kilometern. Cambio ist bereits seit 20 Jahren in Bremerhaven vertreten, allerdings war die Auslastung der Fahrzeuge lange Zeit gering. „Seit zwei Jahren merken wir aber, dass die Nachfrage auch in Bremerhaven anzieht“, erläutert Jutta Kirsch, Prokuristin bei Cambio. Der Kundenstamm sei von 120 auf inzwischen 170 angewachsen.

Zwei ehemalige Taxenplätze angemietet

Während die Parkplätze der Carsharing-Stationen am Hauptbahnhof und in der Fährstraße auf privaten Grundstücken liegen, handelt es sich bei den Plätzen am Waldemar-Becké-Platz um zwei ehemalige Taxenplätze im öffentlichen Straßenraum. Diese hat Cambio jetzt im Rahmen einer Sondernutzungserlaubnis von der Stadt angemietet. Mit den beiden Kleinwagen am Waldemar-Becké-Platz steigt die Zahl der geteilten Autos in der Seestadt auf sieben – darunter auch ein Viersitzer und ein Kombi. Die neue Station auf städtischem Grund mit angeschoben hatten Jens Rillke, Quartiersmeister für die Alte Bürger, und die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS. „Wir haben rund 300 Studenten hier im Quartier, die das nutzen wollen, und für viele andere Anwohner ist das sicher auch interessant“, ist Rillke überzeugt.

Mehr Stellplätze für intensivere Nutzung nötig

Aus Sicht von Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) passe Carsharing gut zum Anspruch der Seestadt, Klimastadt sein zu wollen. „Das Konzept führt zu einer geringeren Belastung der Straßen und zu einer sehr nachhaltigen Nutzung“, sagt er.  Für eine noch intensivere Nutzung in Bremerhaven bedürfe es jedoch weiterer Stellplätze.  Denkbar sei einer im Goethequartier, sagt Jutta Kirsch. Hier war Cambio bereits eine Weile vertreten, hatte den Standort aber vor allem wegen schlechter Auslastung wieder aufgegeben. Allerdings baut die Städtische Wohnungsgesellschaft (Stäwog) in der Heinrichstraße ein Studentenhaus. „Wenn die Entwicklung so weitergeht“, sagt Kirsch, „dann ist das doch wieder eine Option.“ Der Carsharing-Anbieter sei mit der Stäwog im Gespräch.