Der Wochenmarkt bietet regionale Ware und einen Klönschnack

Auf den Äckern der norddeutschen Tiefebene gedeiht so einiges, was traditionell auf den Tellern der Region landet, und neuerdings sogar Gourmetgaumen kitzelt. Rustikale Klassiker wie Rote Bete ebenso wie Pastinaken, Petersilienwurzel oder die lange Zeit als Arme-Leute-Essen verschmähte Steckrübe haben neue Fans gefunden. Wo diese an Rübe und Co. gelangen? Natürlich an den Ständen der Wochenmärkte. Bremerhavens größter Markt findet auf dem Konrad-Adenauer-Platz statt. Doch da gibt es nicht nur Gemüse.

Marktmeisterin beim Großmarkt

Ob Backwaren, Kartoffeln oder Käse: Andrea Eichinger weiß genau, wo auf dem Markt welcher Stand steht. Die junge Frau ist Marktmeisterin beim Großmarkt, und zuständig für die Bremerhavener Wochenmärkte. In Geestemünde betreut sie an den beiden Markttagen, mittwochs und sonnabends, die Händler, schaut nach dem Rechten. 50 sind es in der Wochenmitte, am Sonnabend gleich 61 Händler, die an ihren Ständen Ware feilbieten.

Offenes Ohr für die Händler

Eichinger hat dabei stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Standbeschicker, die häufig nicht nur mit der Ware handeln, sondern sie auch selbst herstellen: „Wir haben noch viele Erzeuger auf dem Markt“, sagt sie nicht ohne Stolz. Darunter seien viele alteingesessene Händler. Deren Zahl nehme jedoch ab. „Wenn ältere Standbetreiber aufgegeben wollen, findet sich häufig kein Nachfolger in der Familie“, bedauert Eichinger, dass das Berufsbild des Markthändlers in der jungen Generation häufig nicht mehr so attraktiv sei.

Erzeugnisse in Bio-Qualität

Aber ohne Nachwuchs steht der Markt nicht da: Seit dem Frühjahr hat sich beispielsweise Stefan Wisch mit seinem selbst gezogenen Gemüse unter die Händler gemischt. Der 26-jährige Otterndorfer kommt aus der Landwirtschaft und tritt in die Fußstapfen seiner Eltern.  Auf dem Markt verkauft er seine Erzeugnisse in Bioland-Qualität. Sein Tipp: „Man muss ein paar Produkte anbieten, die andere nicht haben“, sagt er. Er offeriert beispielsweise Kurkuma – aber nicht als Pulver, wie es auch in den Supermarktregalen zu finden ist, sondern er hat das Ingwergewächs im Ganzen im Angebot.  Verschiedene Rüben finden sich in seinem Sortiment. Ob Steckrübe oder Schwarzer Rettich, er weiß, dass diese Sorten im Trend liegen.
das regionale Angebot

Kunden schätzen die Frische

An den Kunden liege es nicht, dass die Händlerzahlen schwankten, denn die kämen konstant und schätzten nicht nur den Klönschnack am Kaffeestand, sondern hätten Appetit auf das regionale Angebot. „Die Nachfrage nach frischen Produkten ist ungebrochen“, sagt Eichinger. Das können die Händler nur bestätigen: Aus Sicht von Standbetreiberin Inga Meyer nimmt der Appetit auf Bioware sichtlich zu: „Es wird immer mehr“, sagt die Markthändlerin, die seit fünf Jahren Käse in Bio-Qualität auf dem Markt feilbietet. Für sie eine gute Entscheidung: „Ich muss mich bald vergrößern“, sagt sie über die rege Nachfrage. Aber nicht nur der Umsatz entscheidet für sie über Erfolg oder Misserfolg: „Ich mag einfach die Atmosphäre auf dem Markt“, sagt sie, während sie einem Kunden Gouda-Käse über den Verkaufstresen reicht.