Die Fischtown Pinguins können es noch

Wohl dem, der so einen Torjäger hat. Mit drei Treffern hat Jack Combs die Fischtown Pinguins in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wieder in die Erfolgsspur geführt. Das Team von Trainer Thomas Popiesch feierte am Freitagabend nach zuletzt drei Niederlagen in Folge einen 4:2 (1:0, 1:2, 2:0)-Erfolg beim Tabellenletzten Krefeld Pinguine und bleibt damit auf Pre-Playoff-Kurs.

Cody Lampl lobt den Torjäger

Combs war der gefeierte Mann in den Katakomben des Krefelder Königspalastes und bekam von seinen Mitspielern den Boxergürtel für den härtesten Arbeiter des Abends überreicht. „Die Tore sind schön, aber ich lebe von meinen Nebenleuten“, sagte der Amerikaner, der sein Torkonto auf 25 aufstockte. Andere zeigten weniger Zurückhaltung. „Wahnsinn, was Jack macht. Der bekommt es immer hin, dass die Pucks vom Schläger ins Netz fliegen“, sagte Verteidiger Cody Lampl. Auch Popiesch hob die Qualitäten seines Torjägers hervor: „Er steht immer richtig.“

Rob Bordson sorgt für den Traumstart

Die Pinguins erwischten einen traumhaften Start ins Spiel. Als zwei Krefelder auf der Strafbank saßen, brachte Rob Bordson die Gäste mit 1:0 in Führung (7.). Der langmähnige Stürmer ließ Krefelds Schlussmann Patrick Galbraith, dem die Sicht verdeckt war, mit einem Schuss in den Winkel keine Abwehrchance.

Doppelschlag der Krefelder tut weh

Das Führungstor gab dem Popiesch-Team jedoch keine Sicherheit. Im Gegenteil, die Gastgeber kamen immer besser ins Spiel. Torhüter Jerry Kuhn musste einige Male Kopf und Kragen riskieren, um den Ausgleich zu verhindern. Im Mitteldrittel war es dann aber so weit, die Pinguins mussten einen Doppelschlag hinnehmen. Zunächst traf Marcel Müller zum 1:1 (24.), kurz darauf legte Martin Ness für die Gastgeber das 2:1 nach (26.). Die Pinguins ließen dem Gegner in dieser Phase zu viel Platz vor dem Tor und verloren zu oft die Scheibe.

Die Auszeit kommt zur rechten Zeit

„Die Krefelder wurden immer stärker, die Tore haben sich abgezeichnet. Wir haben aber einen Weg gefunden, uns aus dieser Krise zu befreien“, sagte Popiesch nach dem Spiel. Der Pinguins-Coach hatte großen Anteil daran, denn er richtete sein Team mit einer Auszeit erfolgreich neu aus. Nur 35 Sekunden nach Krefelds Führungstreffer war es Combs, der das 2:2 besorgte. Dabei profitierte er allerdings von einem katastrophalen Fehlpass der Krefelder.

Kuhn rettet gegen Pietta

Nachdem Kuhn in der 36. Minute einen Schuss von Daniel Pietta mit einem großartigen Reflex noch gerade so an die Latte gelenkt hatte, wurden die Offensivaktionen der Krefelder im letzten Drittel deutlich schwächer. Das lag in erster Linie daran, dass die Pinguins hinten nicht mehr viel zuließen. Und vorne hatten sie ja Combs: Der 29-Jährige erzielte in Überzahl die 3:2-Führung (44.). Den letzten Pass hatte der ebenfalls bärenstarke Bordson gespielt.
Die Schlussphase hätte noch einmal spannend werden können, denn 18 Sekunden vor Schluss traf Jeremy Welsh nur den Pfosten des von Galbraith verlassenen Tores. Statt der Entscheidung gab es Bully im Pinguins-Drittel. Doch der Puck kam zu Combs, der alles klar machte – sein Schlenzer an die Bande brachte das 4:2. „Ich wollte den Puck nur rauschippen. Ich bin so geschockt wie alle anderen, dass er reingegangen ist“, freute sich der Matchwinner.