Diese Freundschaft überwindet das System Abschiebung

Klingt verrückt: Eine deutsch/britische Lehrerin aus Bremerhaven will mit einem syrischen Flüchtlingskind nach Mazedonien reisen, um dort einen abgeschobenen Roma in einem üblen Slum bei Skopje zu besuchen.  Unmöglich, meinte viele, aussichtslos. Trotzdem hat es geklappt.

Abschiebung nach zweieinhalb Jahren an der „Ernst“

Zu verdanken ist das der Beharrlichkeit der Lehrerin Christine Carstens und der anhaltenden Verbundenheit ihrer Klasse mit dem ehemaligen Mitschüler.  Zweieinhalb Jahre lang war der 13-jährige Zijush Mitglied der 7c der Schule am Ernst-Reuter-Platz. Dann wurde er nach Mazedonien abgeschoben.

Ein herzzerreißendes Wiedersehen in Mazedonien

Statt nach der anfänglichen Betroffenheit wieder zur Tagesordnung überzugehen, hielten sie den Kontakt über die sozialen Medien und ließen Zijush über „Face-Time“ sogar live am Unterricht teilnehmen. Nun gelang es der jungen Lehrerin sogar, den besten Freund des Abgeschobenen bei ihrem  zweiten Besuch mit nach Skopje zu nehmen. Ein herzzerreißendes Wiedersehen.

Geschichte soll mit einem Film dokumentiert werden

Nun soll ihre Geschichte in einem Film erzählt werden, für den in Bremerhaven und Skopje gedreht wurde. Ein Film über eine Klassengemeinschaft, die die große Politik nicht versteht und das System Abschiebung mit Freundschaft und Mitmenschlichkeit zu überwinden hofft. Er soll im November herauskommen.