Eine kleine Provokation gegen antisemitische Klischees

Manchmal fängt das Unheil schon auf dem Schulhof an. Doch weiß ein Jugendlicher, der einen anderen mit „Du Jude“ beschimpft, wovon er da redet? „Das weiß er nicht“, ist Mircea Ionescu überzeugt. Der 64-Jährige ist Vorsitzender der jüdischen Menorah-Gemeinde. Die will im Rahmen einer Präventionsaktion mit dem Titel „Leih Dir einen Juden“ Aufklärung und Fakten gegen antisemitische Klischees stellen.

Gemeindemitglieder laden zu Gesprächen ein

Was ist eigentlich das Judentum? Was können wir davon lernen? Wie sieht die Zukunft des Judentums in Deutschland und in der Region aus? – Diese und ähnliche Fragen wollen die Gemeindemitglieder mit ihren Gesprächspartnern diskutieren. „Jede Frage darf sein, solange sie nicht beleidigend ist“, betont Ionescu.

Schulen sollen mit „Leih Dir einen Juden“ erreicht werden

Zielgruppe des Präventionsprogramms sind Schulen, Institutionen, Organisationen und Glaubensgemeinschaften. „Die können uns ansprechen, dann kommt jemand von uns vorbei“, erläutert Ionescu. Auch mehrere Besuche seien möglich. Der Grundgedanke hinter dem Programm sei ein demokratischer. „Wir wollen, dass unserer Kinder auch in Zukunft die Freiheit haben, so zu leben, wie sie leben wollen“, sagt Ionescu.

Auftaktveranstaltung im Deutschen Auswandererhaus

Zur Auftaktveranstaltung lädt die Menorah-Gemeinde für  Sonntag, 30. September, ab 10.30 Uhr ins Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven ein. Wer Interesse an dem Besuch eines Mitglieds der Menorah-Gemeinde hat, kann per E-Mail (menorah.gemeinde@gmx.de) oder per Post (Postfach 120111, 27515 Bremerhaven) Kontakt aufnehmen.

Was die jüdische Menorah-Gemeinde veranlasst hat, die Präventionsaktion zu starten, lesen Sie in der Printausgabe des SONNTAGSjOURNALS (23. September).