Falschparker behindern Rollstuhlfahrer im Scharnhorstgebiet

Die Haustür ist schon in Sichtweite. Doch vor Antje Joerke steht ein Auto, mitten auf dem Gehweg. Für die Rollstuhlfahrerin gibt es kein Vorbeikommen. Viele Anwohner klagen im Scharnhorstgebiet in Bremerhaven über die zahlreichen Falschparker.

Zu hohe Bordsteine

Nicht selten muss Joerke große Umwege in ihrem Rollstuhl zurücklegen, weil Autos auf den Gehwegen oder direkt vor den abgesenkten Bordsteinen parken. Sie ist aber auf die Straßenübergänge angewiesen. Den hohen Bordstein kann sie mit ihrem Rollstuhl nämlich nicht hinunter- oder hinauffahren.

Umwege bewältigen

Steht ein Auto im Weg, heißt es für Joerke erst einmal zurück zu fahren und es an anderer Stelle erneut zu versuchen. So musste sie schon mehrere hundert Meter Umweg bewältigen. „Es ist schlimm, wenn man einfach nicht hin- und herkommen kann“, klagt die Rollstuhlfahrerin.

Viele Rollstuhlfahrer betroffen

Nicht nur Joerke ist besonders von den wild parkenden Autos betroffen. Die Stäwog vermietet im Scharnhorstgebiet 50 weitestgehend barrierefreie Wohnungen in vier Gebäuden mit Fahrstühlen. Viele der Bewohner sind auf Gehilfen und Rollstühle angewiesen.

45 Anzeigen liegen vor

Ein Problembezirk ist die Scharnhorststraße beim Ordnungsamt jedoch nicht. In diesem Jahr wurden dort bisher 45 Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung zur Anzeige gebracht. Das sei nicht mehr, als anderswo in Bremerhaven, berichtet das zuständige Amt.

Beschimpfungen

Joerke musste schon viele Beschimpfungen wie: „Alte, halt die Fresse“, über sich ergehen lassen, wenn sie die Autofahrer auf frischer Tat ertappte und sie auf ihr falsches Verhalten hinwies. „Die Leute die immer die Gehwege zustellen, sollten selbst mal einen Monat im Rollstuhl unterwegs sein. Dann merken die mal wie schwierig das ist“, sagt Joerke.