Gegner-Check: Augsburger Panther setzen auf hohes Tempo

von Milan Sako

Derek Dinger ist am Verzweifeln. Immer wieder schießt der Panther-Verteidiger Pucks auf das Tor, aber er zielt daneben. Das Tor ist leer, aber Dinger trifft einfach nicht die rote Querstange. Das ist die Aufgabe eines Spaß-Wettbewerbs am Ende des Mittagstrainings der Augsburger Eishockey-Profis. Die Kollegen Brady Lamb und Arvids Rekis feixen schon, Mike Stewart verfolgt die Szene mit einem Lächeln. Erstens hat der Trainer schon getroffen und ist damit raus aus dem Kleine-Buben-Spiel. Zweitens kann der Austro-Kanadier entspannt zuschauen. Denn im Spiel läuft es für die AEV-Profis in der Deutschen Eishockey-Liga seit Wochen wie geschmiert.

Bereits vier ausverkaufte Augsburger Heimspiele im Curt-Frenzel-Stadion

Nach drei Jahren Play-off-Pause spricht alles dafür, dass die Augsburger erstmals seit 2013 wieder in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft einziehen. Die Mannschaft bietet begeisterndes Eishockey und zwang zuletzt den deutschen Meister München im Curt-Frenzel-Stadion mit 6:5 nach Verlängerung in die Knie. In der Partie gegen Mannheim drehten die AEV-Profis einen 0:2-Rückstand in ein 3:2 nach Verlängerung. Auch die Fans genießen das Spektakel auf der 60 Meter langen und 30 Meter breiten Eisbahn. Bereits vier von 18 Heimspielen waren mit 6139 Zuschauern ausverkauft.

Coach Mike Stewart setzt auf das „Panther-Hockey“

Mit dem Gegner Bremerhaven steht nun eine – vom Papier her – leichtere Aufgaben an. Stürmer Thomas Holzmann sieht das anders: „Es gibt keine leichten Gegner in der DEL. Wenn du an die Aufgaben nicht voll konzentriert herangehst, dann gewinnst du auch in Krefeld oder gegen Bremerhaven nicht.“  Doch eigentlich ist es egal, welches Team die Augsburger vor die Brust bekommen. „Wenn wir unser Panther-Hockey spielen, dann können wir wirklich jeden Gegner schlagen“, sagt Trainer Mike Stewart, der vor der vergangenen Saison aus Bremerhaven nach Augsburg gewechselt war. Gegen alle Top-Mannschaften wie München, Köln, Nürnberg oder Köln haben die AEV-Profis bereits gewonnen.

Der scheibenführende Spieler des Gegner wird unter Druck gesetzt

In seinem zweiten Jahr hat die runderneuerte Mannschaft das taktische System des Trainers verinnerlicht. Das System Stewart setzt auf Tempo. Entsprechend hat er seinen Kader zusammengestellt. Die schnellen Stürmer setzten den scheibenführenden Gegner unter Druck, selbst die Verteidiger rücken nach.

Augsburg präsentiert sich wie ein Wolfsrudel

Die weiteren Faktoren für die Augsburger Erfolgsformel: Die Panther zeigen das zweitbeste Überzahlspiel der Liga und verfügen mit Jonathan Boutin und Ben Meisner über ein solides Torhüter-Duo. Den so oft beschworenen Teamgeist fasst Stürmer Justin Shugg in Worte: „Es ist einfach großartig, in dieser Mannschaft zu spielen. Wir sind wie ein Wolfsrudel: Wenn wir angegriffen werden, wehren wir uns alle.“

Härte macht dem Team nichts aus – und die Abwehr steht

In giftigen Partien wie gegen Straubing oder Wolfsburg zeigte die Meute, dass sie mit Härte nicht einzuschüchtern ist. Und was Stewart besonders freut: Die Abwehr steht solide.

Zukunft von Trainer Mike Stewart ist noch nicht geklärt

Als Tabellensechster beträgt der Vorsprung auf den Siebten Ingolstadt bereits zwölf Punkte. Platz sechs wäre Geld wert. Dann müssten sich die Augsburger nicht durch die lästige erste Play-off-Runde kämpfen, sondern würden direkt ins Viertelfinale einziehen. „Das wäre schon schön“, sagt Mike Stewart. Der Vertrag des Trainers endet nach dieser Saison und derzeit laufen die Verhandlungen über eine Verlängerung. „Kein Kommentar“, sagt Stewart dazu. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass die Chancen auf seinen Verbleib gut stehen.