Großdemo in Bremerhaven: „Schule braucht jeden Euro“

Rund 500 Lehrer, Eltern und Schüler haben am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung auf die Notlage der Schulen aufmerksam gemacht. Die Protestaktion des „Aktionsbündnisses für Bildung“ richtete sich vor allem gegen die Kürzungen des Kommunalparlaments bei den Sachmitteln für die Schulen.

Protest gegen Kürzung

„960 000 Euro sind bereits gekürzt worden“, sagt GEW-Vorsitzender Bernd Winkelmann. „Und die benötigten sieben Millionen Euro für 2018 und 2019 sind im bisherigen Haushaltsentwurf nicht drin. Wir empfinden es als wenig unterstützend, wenn das eigene Stadtparlament bei den Schulen kürzt. Die Schulen brauchen jeden Euro.“

Ordentlich Zündstoff

Unterdessen geht die Diskussion um die Kürzung von Unterrichtsstunden wegen des krassen Lehrermangels weiter. Ein entsprechender Vorschlag des stellvertretenden SPD-Landeschefs, Elias Tsartilidis, sorgt jetzt für ordentlich Zündstoff. Kritik kam von Eltern, Grünen und der CDU.

Unglückliches Beispiel

Tsartilidis hatte gesagt, man könne darüber diskutieren, zum Beispiel beim Deutschunterricht pro Woche eine Stunde zu kürzen. Nach heftiger Kritik von CDU und Grünen ruderte er aber am Donnerstag zurück und räumte ein, dass das Beispiel unglücklich gewesen sei. „Wir wollen nicht bei den Hauptfächern Deutsch, Englisch oder Mathe kürzen“, betont Tsartilidis. Wegen des Lehrermangels und der Notlage an den Schulen sei es jedoch sinnvoll, über eine Kürzung der Gesamtstundenzahl nachzudenken.

Schulen entscheiden

Diskutiert werden könne beispielsweise, ob Schüler an den Oberschulen statt bislang 31 Stunden künftig 29 Stunden unterrichtet werden. Dann sollten die Schulen entscheiden können, an welcher Stelle gestrichen werde. „Das kann mal der Wahlpflichtbereich sein oder die dritte Sportstunde, die ohnehin nicht stattfindet“, sagt Tsartilidis.

Vorschlag prüfen

Auch Schuldezernent Michael Frost (parteilos) sagt: „Angesichts der aktuellen Situation können wir uns Denkverbote nicht leisten.“ Der Vorschlag werde mit Blick auf die Unterrichtsqualität bereits genau geprüft, nachdem er an einem von ihm einberufenen Runden Tisch zur Lehrergewinnung aufgekommen sei.

Denise von der Ahé

Denise von der Ahé

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Redakteurin/Korrespondentin im Bremer Büro der NORDSEE-ZEITUNG. Kam nach Stationen bei der Saarbrücker Zeitung und der Braunschweiger Zeitung immer weiter Richtung Norden. Sie berichtet aus Bremen über alles, was dort entschieden wird und für Bremerhaven spannend und wichtig ist.