Hochseefischerei dringt auf schnelles Abkommen mit Großbritannien

Nach dem Brexit bleiben nur elf Monate, um verschiedene Abkommen zwischen der EU und Großbritannien auszuarbeiten und zu ratifizieren. Von einem rechtzeitigen Fischereiabkommen hängt ab, ob deutsche Schiffe 2021 noch in britischen Gewässern fischen dürfen.

Fischereiabkommen

„2020 wird sich für die Fischerei nichts ändern“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter. In dieser Zeit müssten jedoch verschiedene Abkommen vereinbart und ratifiziert werden. „Wir sehen die große Gefahr, dass es doch noch zu einem harten Brexit kommen kann“, äußerte Richter. Die EU bereite mit Hochdruck ein Fischereiabkommen vor: „Bis zum 1. Juli soll der Rahmen stehen.“

Fangquoten festlegen

Das Abkommen soll die Bewirtschaftung der gemeinsamen Fischbestände in der Nordsee festschreiben. So müssen Fangquoten für die einzelnen Fischarten für Großbritannien und die EU-Staaten festgelegt werden, ebenso die Zugangsberechtigung für Fischereifahrzeuge. „Wenn das Fischereiabkommen nicht bis Ende 2020 ratifiziert ist, dürfen wir nicht mehr in britische Gewässer fahren“, sagte Richter.

Nordseehering

Das könnte Deutschland hart treffen. Unter anderem der gesamte Nordseehering, der in Sassnitz auf Rügen bei der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH verarbeitet wird, stammt Richter zufolge aus britischen Gewässern. „Das sind circa 40 000 Tonnen“, sagte er. (lni)