Illegales Tropenholz für die Decks der „Gorch Fock“

Die „Gorch Fock“ wird derzeit mit illegalem Tropenholz restauriert. Das Teakholz stammt aus Myanmar und wurde 2017 eingeführt. Das haben die Recherchen des ARD-Magazins Report Mainz ergeben. Die Sendung dazu läuft am Dienstag, 25. September, im Ersten um 21.45 Uhr.

Richtlinien

Für den Import bestimmter Tropenhölzer gelten Handelsrichtlinien der Europäischen Union. Auch die Bundesregierung hält sich an einen sogenannten Beschaffungserlass. Gegen beides sei laut Report verstoßen worden.

Illegal geschlagenes Tropenholz

Das Verteidigungsministerium  gab an, dass es sich bei den importierten Hölzern um nachhaltig erzeugtes Plantagenholz aus Myanmar handeln würde. Nun ruderte das Ministerium zurück: Bei dem gelieferten Holz könne es sich doch um illegal geschlagenes Tropenholz handeln.

Generelles Importverbot

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist für die Kontrolle des Teakholzes zuständig. Sie überprüfte das Holz aus Myanmar und kam zu dem Ergebnis, dass es nach „derzeitigem Erkenntnisstand“ offenbar nicht möglich ist, Holz aus Myanmar nach den Richtlinien zu importieren. Deshalb gilt seit Mitte 2018 ein generelles Importverbot aus dem Land.

 Holz für die Decks

Die „Gorch Fock“ wird seit 2015 von der Elsflether Werft in Bremerhaven weitreichend saniert. Für die neuen Decks wurden 2017 mehrere Tonnen Teakholz bestellt. Gleichwohl will das Verteidigungsministerium das Tropenholz bei der Restaurierung der „Gorch Fock“ verbauen.

Lili Maffiotte

Lili Maffiotte

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Lili Maffiotte, Spanierin mit kompliziertem Namen, aber ohne Spanischkenntnisse, geboren und aufgewachsen in Norddeutschland. Seit 23 Jahren bei der NORDSEE-ZEITUNG - als gelernte Fotografin von der Bildredaktion über ein Volontariat in die Lokalredaktion mit Zwischenstationen in der Sportredaktion. Seit Oktober 2015 in der Online-Redaktion für die Social-Media-Kanäle zuständig.