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Im Scanner des Verfassungsschutzes: Bremen sucht Extremisten im Netz

Wer Nazi-Sprüche auf Facebook zu oft mit einem „Like“ versieht oder sie teilt, kann künftig ins Visier des Landesamts für Verfassungsschutz geraten. Ein spezieller Scanner soll die Extremisten aufspüren.

Die Bremer Behörde setzt künftig auf neue Analyseinstrumente. Sie scannen die Facebook-Einträge nach bestimmten Begriffen. Dabei soll ein speziell entwickelter Sprach-Algorithmus helfen, wie Verfassungsschutz-Chef Dierk Schittkowski erläuterte.

Auf der Suche nach Extremisten

So will er neue extremistische Gruppen aufspüren. Im Visier sind die Beiträge, in denen Begriffe benutzt werden, die Rückschlüsse auf die Gesinnung der Nutzer zulassen. Aber auch diejenigen, die mit „Likes“ die Hasskommentare unterstützen, fallen auf. „Wenn jemand 100mal Hassbotschaften liked, und das jeden Tag, dann haben wir auch den im Blick“, sagt Schittkowski.

Soziale Netzwerke als Einfallstor

Anlass der neuen Art von Fahndung ist die Erkenntnis, dass Extremisten nicht mehr in Hinterzimmern agieren, sondern über die sozialen Netzwerke. Dort radikalisieren sich in rasantem Tempo Leute, die die Verfassungsschützer bislang nicht auf dem Radarschirm hatten.