Insektensterben: Umweltschützer kritisieren Schottergärten

Nur vereinzelt ragen einzelne Pflanzen empor, das Grün dazwischen sucht man vergebens. Dafür ist alles mit Steinen bedeckt. Schottergarten wird diese Art der Gestaltung genannt, die man auch in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven findet. Umweltverbänden und auch dem Niedersächsischen Umweltministerium ist das ein Dorn im Auge – vor allem vor dem Hintergrund des Insektensterbens.

Steinwüsten schaden der biologischen Vielfalt

„In den Schottergärten wächst nichts mehr. Kaum ein Tier findet Unterschlupf. Gartenboden und jegliches Bodenleben werden durch dicke Steinschichten abgedeckt. Regenwasser kann oft nicht mehr versickern“, erläutert Bernd Quellmalz, Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe des Naturschutzbundes BUND. „Schnell bilden sich Moos- und Algenbeläge, die dann mit Gift beseitigt werden. Diese Steinwüsten schaden der biologischen Vielfalt und fördern das Insekten- und Vogelsterben, weil die Tiere dort keine Nahrung finden können.“

Niedersachsen gibt Broschüre heraus

Auch das Niedersächsische Umweltministerium und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz schließen sich der Meinung des BUND an. Eine neue Broschüre gibt praktische Tipps, wie auch im urbanen Raum oder im eigenen Garten ein insektenfreundliches Lebensumfeld entstehen kann.