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Internationaler Bremerhavener Chor will mit Melodien Grenzen überwinden

Es gibt heißen Tee, auf dem Tisch steht Gebäck. Mal wird Türkisch gesprochen, mal Deutsch. Dann sind eine Gitarre und eine Saz zu hören. Jemand fängt an zu trommeln. Knapp 20 Münder stimmen das Liebeslied „Elfida“ an. „Yüzün geçmişten kalan“, singen sie – es klingt wunderschön und melancholisch. Anschließend folgen wieder deutsche Zeilen: „Dein Bruder hört es nicht, Fremde hören es.“ Der noch junge Internationale Bremerhavener Chor will multikulti sein, für jede Nationalität offen stehen.

„Wir sind hier groß geworden und wollen etwas zurückgeben – gerade als Migrantenkinder“, sagt Aynur Bulut. „Die Stadt liegt uns am Herzen.“ Deshalb sollen alle Einnahmen von den Auftritten – nach Abzug der Unkosten – für soziale Projekte gespendet werden. Gerade erst sind jeweils 500 Euro an die Vereine Rückenwind für Leher Kinder und Leben mit Krebs gegangen. Gemeinsam mit ihrem Bruder und Chorleiter Ismail hat Aynur Bulut das Musikprojekt im Oktober vergangenen Jahres auf den Weg gebracht – auch, weil der Bedarf so groß war, berichtet Ismail Bulut. „Viele sind auf mich zugekommen, und haben gefragt, ob wir nicht Musik machen wollen.“

Proben im Kulturladen Wulsdorf

Weil die Gruppe überwiegend aus türkischen Mitgliedern besteht, sind es bislang Lieder dieses Landes, die den Schwerpunkt bilden. Langfristig soll aber in noch viel mehr Sprachen gesungen werden – egal, ob auf Arabisch oder Griechisch. Ein Mitglied aus Aserbaidschan sei auch schon dabei. Rund 20 Sänger gehören mittlerweile fest zum Chor. Weil die Treffen jedem Interessierten offenstehen, kommen jedes Mal zusätzlich bis zu zehn Gäste dazu. Manche reisen sogar extra aus Bremen an. Der Internationale Bremerhavener Chor probt freitags ab 18 Uhr im Kulturladen Wulsdorf (Heidacker 13).