#isso: Deshalb heißt es „Seuten Deern“

Manchmal ist es gesund. Manchmal gefährlich. Ich spreche vom Halbwissen. Heißt es an Bord der „Seute Deern“ heiraten oder an Bord der „Seuten Deern“ heiraten? Ständig hagelt es im Netz zu diesem Thema kritische Kommentare.

Ich gebe zu – auch in der Redaktion gingen die Meinungen auseinander. Aber Journalisten kennen zum Glück immer jemanden, den man fragen kann.

Ich – oder vielmehr mein Arbeitgeber – hat also 1,99 Euro investiert, um aus dem Halb- echtes Wissen zu machen. Denn so viel kostet der Anruf beim „heißen Draht“ zum Duden. Duden: Das Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache gibt es seit 1880. Und heute geht zwar nicht mehr  Gründer Konrad Duden selbst ans Telefon, dafür aber Mitarbeiter des Verlags.

Schiffsnamen werden gebeugt

Für die 1,99 Euro hat es der freundliche Mann am anderen Ende sehr schön erklärt: Mehrteilige Eigennamen wie „Seute Deern“ werden durchdekliniert, also gebeugt. Das gelte auch für Schiffe. Man würde auch sagen: „Das habe ich im ,Grünen Heinrich‘ gelesen.“

„Aha“ hab ich gesagt. Mich bedankt und aufgelegt. Und damit es nicht gleich wieder losgeht mit dem Halbwissen, schnell nachgelesen: Der „Grüne Heinrich“ ist ein Roman von Gottfried Keller, der als einer der bedeutendsten Bildungsromane der deutschen Literatur des 19. Jahrhunderts gilt. Also: Wie geht es weiter mit der „Seuten Deern“? #isso.

Maike Wessolowski

Maike Wessolowski

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In Remscheid, der "Seestadt auf dem Berge", aufgewachsen. Nach beruflicher und privater Wanderschaft durch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen hat sie in der Seestadt Bremerhaven festgemacht. Dort, wo schon der Opa am liebsten Schiffe geguckt hat, will sie Menschen und ihre spannende Geschichten entdecken.