Jensen ist in den USA zu einem Top-Spieler gereift

Von Lars Brockbalz
Ein dänischer Nationalspieler ist der erste Neuzugang der Fischtown Pinguins für die neue Eishockeysaison. Verteidiger Nicholas B. Jensen kommt im Sommer aus Rungstedt nach Bremerhaven.

„Ich musste nicht drüber nachdenken, ob ich das Angebot der Pinguins annehme“, sagt Jensen im Telefonat mit der NORDSEE-ZEITUNG. „Ich haben die ganze Saison der Pinguins verfolgt, weil ich immer mit Wade Bergman in Kontakt geblieben bin, mit dem ich in Esbjerg zusammen gespielt habe. Er hat mir nur Gutes erzählt. Über die Fans, die Stadt und die Liga. In den Playoffs habe ich mir dann ein Spiel in Bremerhaven angesehen. Das war sensationell.“

Ein „Abräumer“ für die Abwehr

Jensen übernimmt die Rolle von Atte Pentikäinen, dessen Vertrag in Bremerhaven nicht verlängert wurde. Mit 1,89 Metern und 100 Kilo hat der Däne das richtige Format für einen „Abräumer“ in der Abwehr. „Wir glauben, dass er genau die Art von Spieler ist, die wir benötigen, um auch in der neuen Saison bestehen zu können“, sagt Pinguins-Trainer Thomas Popiesch.
Der in Kopenhagen geborene Abwehrspezialist absolvierte seine „Grundausbildung“ in Schweden, dann ging er für fünf Jahre in die USA. „Die Jahre in den USA haben mich als Spieler und als Mensch geprägt. Ich habe einen Uni-Abschluss gemacht und mich als Spieler weiterentwickelt“, erzählt der 27-Jährige.

Die DEL als Karriereziel

Vor drei Jahren sei er nach Dänemark zurückgekommen mit dem Ziel, sich für einen Vertrag in der DEL zu empfehlen. Im ersten Jahr spielte er in Aalborg, dann wurde er mit Esbjerg Meister und Pokalsieger. In jener Saison fiel er bereits den Pinguins auf, wie Teammanager Alfred Prey sagte, Jensen hatte jedoch schon in Rungsted unterschrieben. In diesem Jahr klappte es dann mit dem Wechsel – sehr zur Freude des Dänen. „Das ist für mich, wie den Gipfel eines Eisbergs zu erklimmen. Die DEL ist eine großartige Liga. Dort wird ein nordamerikanischer Stil gepflegt, das passt perfekt zu mir. Ich kenne nicht so viele Spieler, aber ich verfolge die Liga seit einigen Jahren“, sagt Jensen in perfektem Englisch. Auch ein wenig Deutsch kann er sprechen, „aber das muss ich erst noch wieder auffrischen“, sagt der 27-Jährige lachend.

Mit Dänemark bei der WM dabei

Die Gelegenheit hat er in diesem Sommer. Mit Rungsted ist er im Playoff-Viertelfinale gescheitert, Zeit zum Üben hat Jensen also. Und im Mai kann er in Deutschland seine Sprachkenntnisse aufbessern. Dänemark ist für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die in Köln und Paris ausgetragen wird. „Ich hoffe, dass ich für die WM nominiert werde. Die Chancen sind nicht schlecht. Ich habe hervorragende Dinge über die letzte WM in Deutschland gehört. Und was ich in Bremerhaven gesehen habe, macht mich sicher, dass das ein großartiges Turnier wird“, sagt der 27-Jährige. „Wir wollen mindestens wieder ins Viertelfinale, wie im Vorjahr. Mit weniger darf man nicht zufrieden sein.“ Eine Einstellung, die den Pinguins gefallen dürfte.