Junge Chinesen sollen Anleger reich machen

China ist spätestens 2030 die größte Volkswirtschaft der Welt, prognostiziert die Weltbank. „Rund 40 Prozent der 500 weltweit größten Unternehmen werden dann aus China kommen“, sagt Horst Murschall vom Finanzdienstleister Finanzkontor in Bremerhaven. Er sieht hier Chancen für Anleger.

Statt 90 Prozent sind jetzt nur noch drei Prozent arm

„Häufig wird die Entwicklung Chinas eher als negativ oder als Bedrohung gesehen. Es ist aber eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte“, meint Murschall. Denn zu bedenken sei, dass sich China in einem völlig anderen Wirtschaftsrhythmus befinde als Europa oder Nordamerika. 1981 hätten noch 800 Millionen Chinesen, also 90 Prozent der Bevölkerung, unterhalb der absoluten Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar pro Tag gelebt. Heute seien es nur noch 43 Millionen, also etwa drei Prozent.

Gehobener Mittelstand in Kauflaune

„Das heißt: 97 Prozent der Chinesen sind nicht mehr arm, sondern haben einen moderaten Wohlstand erreicht“, sagt Murschall und blickt dabei besonders auf den gehobenen Mittelstand, der etwa 40 Prozent der Bevölkerung ausmache: „Das sind rund 660 Millionen Menschen – fast doppelt so viel wie die Gesamtbevölkerung der USA“, argumentiert Murschall. Und diese seien in Konsumlaune. Denn die Löhne seien nicht so niedrig wie angenommen. Industrielöhne beispielsweise seien mittlerweile fast auf dem Niveau wie in Portugal.

Welche Bereiche sich für Anleger lohnen können

„Und genau hier bestehen Chancen für eine Anlage“, sagt Murschall. Bereiche wie Banken, Stahl und Rohstoffe, sogenannte alte Technologien, sollte man meiden. Besser seien Unternehmen, die vom Wachsen der Mittelschicht profitierten – und zwar in den Bereichen Gesundheit, Bildung, qualitativer Konsum und neue Technologien.
„Es sind besonders die jungen Leute, die Geld haben und das auch ausgeben“, sagt Murschall. Beispielsweise für hochwertiges Essen und Wein, für Körperpflege und auch für Technologie. „Junge Chinesen bezahlen alles mit dem Handy“, weiß Murschall.