Keine Listenhunde mehr in Bremerhaven? Politiker fordern Hundeführerschein 

Verspielt und verschmust: So wird Kyra von den Tierpflegern beschrieben. Die American Staffordshire Terrier Hündin kam einzig und allein wegen ihrer Rasse ins Tierheim Bremerhaven. Kyra ist ein sogenannter Listenhund und darf im Land Bremen nicht gehalten werden. Dies möchte die FDP nun ändern.

Kyra sucht ein Zuhause in Niedersachsen

Stürmisch und schwanzwedelnd wird Bernd Schomaker von Kyra begrüßt. „Kyra ist ein Gesetzesopfer“, klagt der 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Bremerhaven. Trotz vieler Interessenten hat die Tierheim-Bewohnerin noch kein neues Zuhause finden können. Problem: Kyra darf nur in das Land Niedersachsen vermittelt werden, denn sie ist ein sogenannter Listenhund. „Es ist traurig, dass so ein toller Hund wie Kyra im Zwinger sitzen muss“, bedauert Schomaker. Und das gegebenenfalls bis zu ihrem Lebensende.

Illegal in Bremerhaven

Viele Hunde der Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier und Staffordshire Bullterrier teilen Kyras Schicksal. Sie stehen auf der „Rasseliste“ und dürfen im Land Bremen nicht gehalten werden. Angeblich seien diese Hunderassen besonders gefährlich. So wurde Kyra vor eineinhalb Jahren vom Bürger- und Ordnungsamt eingezogen, ohne je auffällig geworden zu sein. Sie wurde einfach illegal in Bremerhaven gehalten.

FDP will die Rassenliste abschaffen

Die FDP will nun das Hundehaltergesetz im Land Bremen ändern. Sie wollen alle Hunderassen gleich behandeln und den Tierschutz stärken. „Die Gefährlichkeit eines Hundes ist rassenunabhängig. Es ist eine Frage des Halters“, betont der FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Hauke Hilz. Daher will die FDP auch im Land Bremen einen Hundeführerschein einführen, wie er schon in Niedersachsen etabliert ist. Dieser soll einen sicheren Umgang des Hundehalters mit den Vierbeinern nachweisen.