Prozess Kindesmisshandlung: Gericht schließt die Öffentlichkeit aus

Ein Elternpaar muss sich wegen schwerer Misshandlung ihres vier Jahre alten Sohnes vor Gericht verantworten. Sie sollen das Kind im Juli 2014 in ihrer Wohnung in Wulsdorf mit heißem Wasser verbrüht und schwer verletzt haben. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil das Gericht Angst um die Verhandlungsfähigkeit der Mutter hat.

Mutter in psychiatrischer Behandlung

Die 28-Jährige liegt seit zwei Wochen in einem Krankenhaus. Es heißt, sie sei dem Druck des Prozesses nicht gewachsen. Ein Gutachter hat festgestellt, dass die Frau  zwar verhandlungsfähig, aber psychisch stark mitgenommen sei. Um das Verfahren nicht zu gefährden, haben die drei Richter und zwei Schöffen entschieden, die Öffentlichkeit auszuschließen.

Zuschauer sind nicht dabei

Denn es sei zu befürchten, dass die Frau die Schilderung „höchst persönlicher Lebensumstände“ in der Öffentlichkeit nicht verkraften könne. Zu keinem der mindestens vier weiteren Verhandlungstage werden Zuschauer im Gerichtssaal zugelassen.

Kinder in Pflegefamilie

Der heute sieben Jahre alte Junge lebt mit seinen Geschwistern in einer Pflegefamilie. Die Kinder sollen ihre Eltern schwer belasten. Die Anwältin des Jungen sagte, die Kinder wollten nicht vergessen, was sie erlebt hätten.

Verbrühungen an den Händen und am Fuß

Die Staatsanwaltschaft wirft den heute 28 und 31 Jahre alten Eltern vor, das Wasser im Wasserkocher erhitzt, ihren Sohn ausgezogen und ihm das Wasser über Hinterkopf und Rücken gegossen zu haben. Auch an den Händen und an einem Fuß erlitt das Kind Verbrühungen.

In der Apotheke fliegt alles auf

Mutter und Vater sollen sich danach tagelang nicht um das schwer verbrühte Kind gekümmert haben. Die Misshandlung kam ans Licht, als die Frau mit ihrem Kind in einer Apotheke eine Brandsalbe kaufen wollte.

Thorsten Brockmann

Thorsten Brockmann

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Thorsten Brockmann ist in Bremerhaven seit seiner Geburt zuhause. In der Bremerhaven-Redaktion der NORDSEE-ZEITUNG arbeitet er seit 1989, zu seinen Themenschwerpunkten gehören die Kreuzfahrtbranche, Wirtschaftsthemen und die Polizeiberichterstattung.