Kokain über Bremerhaven geschmuggelt: Lebensgefährtin sagt aus

Sechs Angeklagte müssen sich derzeit vor dem Landgericht Bremen wegen Kokainschmuggels verantworten. Sie sollen 780 Kilogramm Koks aus dem Hafen in Bremerhaven geschmuggelt haben. Jetzt hat die Lebensgefährtin eines Angeklagten ausgesagt.

Eine Waffe und Kokain in Haus gefunden

Der Vater ihrer zwei Kinder soll ein „Ungeheuer“ sein? Das kann die Lebensgefährtin des Angeklagten auch jetzt noch nicht glauben. Und das, obwohl in ihrem gemeinsamen Haus eine Waffe und eine Tasche voll Kokain gefunden wurde und ihr Mann vorm Landgericht wegen Kokainschmuggels in erheblichen Ausmaß angeklagt ist.

780 Kilogramm Kokain geschmuggelt

Die Frau steht als Zeugin am Mittwoch im Mittelpunkt des Prozesses am Landgericht. Hier müssen sich sechs Angeklagte im Alter zwischen 44 und 55 Jahre verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen Anfang 2016 und April 2017 in zwölf Fällen 780 Kilo Kokain aus dem Hafen in Bremerhaven geschmuggelt zu haben. Sie erwartet hohe Strafen. Auch den Angeklagten, dessen Lebensgefährtin als Zeugin aussagen muss.

Frau vermutet schmutzige Wäsche in Tasche

Bei einer Hausdurchsuchung am 7. März dieses Jahres in der Pfitzner-Straße wurden die Ermittler fündig. In einer Tasche, in der die Zeugin die schmutzige Wäsche ihres Lebenspartners vermutete, befand sich Kokain. Die Zeugin selbst war bei der Durchsuchung kooperativ. Sie sagte den Beamten, dass sich eine Waffe im Haus befand und zeigte, wo sie sich nebst Munition befand.

Waffe wegen Putschversuch ausgeliehen

Die habe sie sich nach dem gescheiterten Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Erdogan im Sommer vergangenen Jahres von ihrem Lebensgefährten ausgeliehen. Sie und ihre Geschwister waren ins Visier der türkischen Behörden geraten. Ihnen werde vorgeworfen, zum Kreis der Putschisten zu gehören. Ihr Bruder sei verhaftet worden. Das Verfahren gegen ihn laufe noch.